Donnerstag, 12. Februar 2004

Weltcup-Analyse: Toni Giger über den Vierkampf um die "Große Kristallkugel"

  • "Raich hat am wenigsten zu verlieren, aber Miller ist unberechenbar"
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Die ÖSV-Herren haben in der laufenden Saison schon so richtig abgeräumt. Das "Grande Finale" steht aber noch aus und für das hat Herren-Boss Toni Giger ein großes Ziel: "Wir wollen die große Kugel neuerlich nach Österreich holen." Gigers Analyse der Top-Favoriten...

Acht Rennen (zwei Abfahrten, zwei Slaloms, zwei Super-G, zwei Riesentorläufe) vor Schluss trennt das Top-Quartett im Gesamt-Weltcup nur wenige Punkte. Giger nahm die vier Anwärter Benjamin Raich, Hermann Maier, Stephan Eberharter und Bode Miller etwas genauer unter die Lupe.

Giger über die Hauptanwärter

Hermann Maier: "Sein großes Plus ist, dass er meiner Meinung nach eine steigende Formkurve hat - auch im Riesentorlauf, denn Adelboden war ein sehr gutes Rennen. Maier kann in drei Disziplinen die möglicherweise entscheidenden Big-Points machen."

Benjamin Raich: "Für Raich spricht seine Unbeschwertheit. Er ist der jüngste im Bunde und hat am wenigsten zu verlieren. Heuer ist die erste Saison, in der er in allen vier Disziplinen fährt. Ich kann mich nicht erinnern, dass einer gleich auf Anhieb so stark vorne mitgemischt hat. Raich hat sein Plansoll eigentlich schon mehr als erfüllt, er kann nur noch zusätzlich etwas erreichen."

Stephan Eberharter: "Für Eberharter spricht ganz klar die Routine. Außerdem war er heuer in der Abfahrt bisher einsame Spitze. Da traue ich ihm zu, dass er noch weitere absolute Top-Platzierungen erreicht. Im Super G gilt praktisch das Gleiche, nur im Riesentorlauf muss er noch zulegen."

Bode Miller: "In den verbleibenden Wochen kann Miller alle Bewerbe fahren. Man hat oft bei ihm gesehen, dass er sich kräftemäßig ein bisschen übernimmt, dass er sich seine Power nicht richtig einteilt. Aber das spielt diesmal überhaupt keine Rolle mehr, denn im Schnitt ist nur alle drei bis vier Tage ein Rennen. Miller wird sich also auf alle Rennen gut vorbereiten und gut regenerieren können. Und er ist unberechnebar - ich traue ihm alles zu."

(apa/red)

12.2.2004 11:52