Ski alpin: St. Anton will für Weltcup-Termin im Dezember kämpfen
- Laut FIS hat WM-Ort 2001 derzeit schlechte Karten
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Nach dem für alle Parteien unangenehmen Hin und Her im vergangenen Sommer kehrt der alpine Ski-Weltcup-Zirkus am Wochenende doch wie geplant nach St. Anton zurück. Der WM-Ort 2001 bleibt aber nach wie vor bei seiner Haltung: der Weltcup soll künftig im Dezember, und nicht wie heuer mitten in der touristischen Hochsaison an den Arlberg kommen. "Wir wollen Rennen, egal ob Herren oder Damen. Aber im Dezember, und dafür werden wir kämpfen", erklärte St. Antons Tourismusdirektor Heinrich Wagner gegenüber der APA.
Von Seiten des Internationalen Ski-Verbandes (FIS) gibt es da allerdings zumindest für die kommende Saison keine allzu guten Nachrichten für St. Anton. "Momentan befindet sich St. Anton überhaupt nicht im Kalender, derzeit gibt es keine Chance", lautete der Kommentar von Sonja Reichen aus dem FIS-Headquarter im schweizerischen Oberhofen. Auf Grund der 2005 anstehenden WM in Bormio ist der Terminkalender der kommenden Saison ohnehin besonders knapp. Allerdings wird der detaillierte, derzeit in Arbeit befindliche Plan für die Saison 2004/2005 erst im Frühjahr bekannt gegeben, bis dahin sei laut FIS "noch einiges möglich".
Im August 2003 hatte die Wintersport-Metropole trotz Temperaturen jenseits der 30 Grad Celsius für dicke (Negativ)Schlagzeilen gesorgt. Am 6. August beschloss der Tourismusverband wie aus heiterem Himmel für die FIS und Ski-Österreich, dass man die für Mitte Februar geplanten Herren-Rennen nun doch nicht durchführen wolle. Als Grund gab man den "ungünstigen Zeitpunkt" auf Grund der Hochsaison an. Vor allem Österreichs Ski-Legende Karl Schranz, der "Erfinder" der WM 2001, warf darauf sein ganzes Geschick in die Waagschale und verhinderte das Schlimmste - am 19. September gab es schließlich doch noch "Grünes Licht" im Nobel-Skiort.
Das soll nun endgültig Schnee von gestern sein. "Selbstverständlich bekennen wir uns zu Weltcup-Rennen", stellte Wagner klar, ließ aber das berühmte "Aber" folgen: "Aber zu einem anderen Termin." Der Tourismusdirektor argumentiert mit dem aktuellen Beispiel: "Ich verstehe unsere Urlauber und Touristen, die sich über Pistensperren beschweren. Auf Grund der Schneefälle und Schneeverfrachtungen mussten wir einige Abschnitte sperren, dazu kommen noch die Sperren am Kapall, wo die Abfahrtsstrecke von ganz oben präpariert wurde." Zudem müssen die Pisten laut Wagner auch noch am Montag der FIS zur Verfügung stehen.
Eine Alternative hat Wagner jedoch in diesem Fall parat: "Wir veranstalten nur Damen-Rennen, oder Slalom, Riesentorlauf und Super G. Dann müssten wir den oberen Teil nicht sperren und die Urlauber hätten viel mehr von den Pisten", so Wagner zu einem möglichen Szenario, das allerdings die spektakuläre Abfahrt ausschließen würde.
Ein weiteres Problem stellt die Kritik vieler Hoteliers dar, die den Weltcup mitten in den Semesterferien nicht wirklich mit offenen Armen empfangen. "In dieser Zeit Zimmer nur für drei oder vier Tage zu vermieten, ist unmöglich", zeigte Wagner Verständnis. Die Folge: der Großteil der Athleten, Trainer, Journalisten und Fans muss für eine ganze Woche buchen.
(apa/red)
