Pantani war seit einer Woche ohne Kontakte zur Familie
- Radstar hatte sich in Hotelzimmer in Rimini isoliert
Seit fast einer Woche hatte der Radstar Marco Pantani die Kontakte zu Freunden und Familienangehörigen abgebrochen. Der 34-jährige Giro d'Italia- und Tour de France-Sieger hatte vor einer Woche ein Appartement im Hotel Le Rose von Rimini gemietet und war nicht mehr nach Cesenatico zurückgekehrt, der Stadt, in der er mit seinen Eltern lebte.
Pantani, der sich nach jahrelangen Dopingskandalen im vergangenen Juni wegen Depressionen in eine Klinik begeben hatte, hatte sich in Rimini abgeschottet. Er hatte kein Handy bei sich, in seinem Appartement im bescheidenen Hotel Le Rose gab es kein Telefon. "Pantani hatte sich vollkommen von der Welt abgeschnitten, vergebens hatten Freunde und Familienangehörige in diesen Tagen versucht, Kontakt mit ihm aufzunehmen", sagte ein Ermittler nach Angaben des Staatssenders RAI.
Pantani hatte in den vergangenen Tagen kaum sein Appartement verlassen. Abends aß er in seinem Zimmer. Die Hotelverwaltung hatte Verdacht geschöpft, als sich der Radstar nicht zum Abendessen gemeldet hatte. Nachdem das Personal des Hotels wiederholt an Pantanis Tür geklopft und keine Antwort erhalten hatte, wurde das Zimmer mit einem Ersatzschlüssel geöffnet. Pantanis Leiche lag auf dem Bett.
In seiner Unterkunft fand die Polizei Zettel, auf die der Radsportler einige Sätze notiert hatte. Es handle sich aber um keinen Abschiedsbrief, sondern um Überlegungen über sein Leben und seine abgebrochene Karriere, berichteten die Ermittler. Die Polizei fand Medikamentenschachteln neben dem Körper des Toten, aus dessen Nase Blut geronnen war. Es handelte sich um Anti-Depressiva, Selbstmord wird nicht ausgeschlossen.
"Lasst uns mit unserem Schmerz alleine", bat Pantanis Schwester Manola, die als erste unter den Familienangehörigen in Rimini eintraf. Die Eltern des "Piraten" befinden sich auf Urlaub in Griechenland und sollten in den kommenden Stunden nach Italien zurückkehren. "Wir wussten, dass Pantani Probleme hatte, wir ahnten jedoch nicht, dass es so schlecht um ihn Stand. Wir hätten ihm näher sein sollen", erklärte ein Freund des Radsportlers.
(apa/red)
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