Kärntner Wahlkampf: ÖVP-Spitze büßt Vertrauen ein
- SPÖ-Landesrätin Schaunig-Kandut führt Vertrauensindex an
- Landeshauptmann Jörg Haider holt vier Wochen vor Wahl auf
Die Kärntner ÖVP-Spitze hat im bisherigen Landtagswahlkampf deutlich an Vertrauen eingebüßt. Spitzenkandidatin Elisabeth Scheucher und Parteichef Georg Wurmitzer sind auf dem APA/OGM-Vertrauensindex seit November von den Plätzen zwei und drei auf Rang sechs und sieben zurückgefallen. Unangefochten an der Spitze liegt mit 19 Punkten SPÖ-Landesrätin Gabriele Schaunig-Kandut, die ihren Vorsprung sogar ausbauen konnte. Landeshauptmann Jörg Haider (F) holt vier Wochen vor der Landtagswahl auf. SPÖ-Spitzenkandidat Peter Ambrozy stößt auf Platz zwei vor.
"Vertrauen Sie xy oder vertrauen Sie xy nicht oder kennen Sie xy nicht", lautet die Frage von OGM für den APA/OGM-Politiker-Radar. Der Saldo aus den beiden Werten ergibt den Wert für den Vertrauensindex. Zuletzt sind im südlichsten Bundesland am 9. Februar 400 repräsentativ ausgewählte Kärntner Wahlberechtigte telefonisch befragt worden.
OGM-Politologe Peter Hajek sieht mehrere Gründe für das schlechte Abschneiden der schwarzen Doppelspitze. "Scheucher und Wurmitzer haben sich mit ihrer Festlegung 'kein Landeshauptmann Haider' jeglichen Gestaltungsspielraum genommen und wirken auch auf Grund der derzeitigen Parteienkonstellation im Land unglaubwürdig", meint er. Nicht zu unterschätzen sei aber auch der durch die Pensionsdebatte ausgelöste Gegenwind, der von der Bundesebene her blase. Nach einem guten Start seien für die ÖVP-Spitzenkandidatin raue Zeiten angebrochen: "Scheucher läuft Gefahr, zwischen den beiden Hauptkonkurrenten Ambrozy und Haider zerrieben zu werden."
Platz zwei auf dem Vertrauensindex gehört dem SPÖ-Vorsitzenden Ambrozy, der vom Zurückfallen Scheuchers und Wurmitzers profitiert. Er musste im Gegensatz zu seiner Parteigenossin Schaunig-Kandut seit dem November allerdings leichte Einbußen hinnehmen und kommt auf sechs Punkte. "Die mangelhafte Unterstützung prominenter Parteifreunde spielt hier sicherlich mit", so Hajek.
Gleich hinter Ambrozy reiht sich mit fünf Punkten der amtierende Landeshauptmann Haider auf Platz drei ein. "Haider ist ein alter Wahlkämpfer und nützt zunehmend den Landeshauptmannbonus", so Hajek. Haider profitiere außerdem von der Rückzahlung der Pensions-Einbußen. Von den Spitzenwerten anderer Landeshauptleute mit 50 Punkten oder mehr ist er freilich weit entfernt. (apa/red)
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