Freitag, 13. Februar 2004

Wahlkampfauftakt: Salzburgs Grüne wollen Regierungsverantwortung

  • Spitzenkandidat Schwaighofer fordert Kerngruppe zu "kraftvollen Finale" auf
  • "Wir müssen fast einen Quatensprung schaffen"

Als letzte der vier Parteien, die für die Salzburger Landtagswahl am 7. März kandidieren, luden die Grünen am Donnerstag zu ihrem Wahlkampfauftakt in ein beheiztes Glashaus der Gärtnerei Aiglhof in der Stadt Salzburg. Betont kämpferisch forderte Spitzenkandidat Cyriak Schwaighofer die grüne Kerngruppe zu einem "kraftvollen Finale" auf: "Wir müssen fast einen Quantensprung schaffen, um in der Regierung mitgestalten zu können."

Vor 250 Grün-Aktivisten, Interessierte und Medienvertretern warnte Schwaighofer davor, sich mit den Umfragewerten, die den Grünen Stimmengewinne prognostizieren, abzufinden. Ziel sei es, dem Stillstand von "Rot-Schwarz" in der Landesregierung eine starke Kraft entgegenzusetzen, wenn möglich mit Regierungsverantwortung wie die Grünen in Oberössterreich. "Dann haben wir eine Chance auf einen Kurswechsel im Land", feuerte Schwaighofer sein "Green-Team" an. Voraussetzung für eine Regierungsbeteiligung sei aber, dass das Programm der Grünen "für ein öko-soziales Salzburg mit starken Bürgerrechten" umgesetzt werde.

Schon zu Beginn des Wahlauftaktes - nachdem das Gesangsquartett "Auftakt" mit der Textzeile "die freie Sicht in unserem Land versperrt die Lärmschutzwand" zu denken gab, stellten die Grünen klar, warum sie sich von den Veranstaltungen der gegnerischen Parteien distanzieren: Man lege Wert auf Inhalte und Konzepte und verzichte gerne auf eine Show vor einem Einkaufstempel (wie die SPÖ, Anm.) oder auf einen Vortrag in einem "seriösen" Schloss Klessheim (wie die ÖVP, Anm.). Schon allein wegen des knappen Budgets von rund 400.000 Euro hätten sich die Grünen in Salzburg für einen kurzen, aber kraftvollen Wahlkampf entschieden.

In dem "urgrünen" Gewächshaus sorgten Grünen-Chef Alexander Van der Bellen, seine Stellvertreterin Eva Glawischnig sowie der Salzburger Bürgerliste-Spitzenkandidat Johann Padutsch und LAbg Heidi Reiter für den programmatischen Teil des Abends, wo sie ihre politschen Forderungen und Kritikpunkte wiederholten. Die Querschüsse Schwaighofers in Richtung Salzburger SPÖ-ÖVP-Koalititionsregierung blieben aber wohl dosiert. Zur Auflockerung setzte sich in den Redepausen die moderne Jodlerband "Der Berg" in Szene. Der absolute Hit des Abends: "Passt's auf, der Ruach (Neid, Gier, Anm.) geht um!"

Als Schwaighofer - der sich auch "Robin" nennt und mit grünem Hut um Wähler wirbt - die Bühne betrat, begleitete ihn der "Robin Hood"-Song von Brian Adams "Everything I do, i do it for You!". Diesen Liebesbeweis nahmen sich die Kandidaten der Grünen-Liste von zwei bis vier, LAbg. Heidi Reiter, Martina Berthold und Heinrich Schellhorn zu Herzen. Vor dem Publikum leisteten sie zusammen mit Schwaighofer den Schwur, die kommenden drei Wochen bis zur Wahl "Tag und Nacht" um jede Stimme zu kämpfen. Bevor das Büffett eröffnet und der Gang zur grünen Kost frei wurde, musste allerdings noch ein schwarzer und ein roter Vorhang beseitigt werden. Vor dem Essen gab Schwaighofer gegenüber der APA seinen Tipp zum Wahlausgang ab: "40 Prozent der Stimmen für ÖVP und SPÖ, acht Prozent FPÖ, zwölf Prozent die Grünen." (apa/red)

13.2.2004 10:35