Bis zu 40 Tote in Moskau! Suche nach Hallenbad-Einsturz beendet
- Glassplitter und Betonteile fielen auf die Badegäste
- Es gibt keine Hoffnung mehr Überlebende zu finden
Die russischen Rettungskräfte haben ihre Suche nach Überlebenden im eingestürzten Moskauer Aquapark am Montagmorgen eingestellt. "Es gibt keine Hoffnung mehr, dass wir noch Menschen lebend aus den Trümmern bergen können", sagte Bürgermeister Juri Luschkow. Die Zahl der Toten wurde offiziell mit 25 angegeben, bis zu 13 weitere Badegäste würden noch vermisst.
Das 20 Meter hohe und 50 Meter breite Glas- und Betondach über dem modernen Erlebnisbad war am Samstagabend eingestürzt. Mehr als 110 Menschen wurden verletzt, unter ihnen 25 Kinder. Rund 80 Menschen wurden noch im Krankenhaus behandelt.
Nur ein Trümmerhaufen blieb übrig
Der Unglücksort war gespenstisch: Vom Schwimmbad der Vergnügungsanlage "Transwaal Park" war nur noch ein riesiger Trümmerberg aus Beton, Holz, Metall und Glas übrig. Bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius suchten Rettungskräfte mit Hilfe von Spürhunden und Kränen die ganze Nacht durch nach Überlebenden. Die Bergungsleiter betonten jedoch, dass die Temperatur unter den Trümmern mit Spezialgerät über dem Gefrierpunkt gehalten werde. Die Arbeiten wurden alle halbe Stunde für eine Minute unterbrochen, um mögliche Hilferufe von Verschütteten hören zu können, wie ein Helfer der Nachrichtenagentur ITAR-TASS sagte. Lastwagen transportierten Schutt ab. Auf dem abgeriegelten Gebiet standen dutzende Sanitätsfahrzeuge, Feuerwehrwagen und Polizeiautos.
Katastrophenschutzminister Sergej Schojgu sagte am Sonntag, bisher seien 49 Menschen aus den Trümmern gerettet worden. Die Zahl der Vermissten sei anhand der Kleiderspinde ermittelt worden, deren Inhalt nicht abgeholt worden sei. Die Gesundheitsbehörden sagten, derzeit würden noch rund 80 Menschen im Krankenhaus behandelt. Fünf von ihnen schwebten in Lebensgefahr.
"Lauter Krach, gewaltiges Klirren, dann Stille"
Das 20 Meter hohe und 50 Meter breite Glas- und Betondach über dem modernen Erlebnisbad war am Samstagabend eingestürzt. "Erst gab es einen lauten Krach, dann ein gewaltiges Klirren, dann Stille", sagte ein Mitarbeiter von "Transwaal Park" dem Fernsehsender Perwy Kanal. Überlebende rannten nach dem Unglück nackt oder im Badeanzug in Panik durch den Schnee. "Ich bin nackt rausgekommen. Ein paar Leute haben mir etwas übergeworfen", sagte ein junger Mann im Fernsehsender TWT. "Mein Freund findet seine Frau und seinen Sohn nicht mehr."
Nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters Juri Luschkow waren zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 1.300 Menschen in der Anlage. Mehr als 420 Schwimmer hätten sich in dem Teil des Komplexes aufgehalten, über dem das Dach einstürzte. Er dementierte Agenturberichte, wonach das Dach unter Schneemassen eingestürzt sei: Auf diesem habe überhaupt kein Schnee gelegen, betonte er. Die Behörden gingen von Konstruktionsmängeln als Unglücksursache aus. Möglicherweise habe der Bau dem Unterschied zwischen "tropischen" Temperaturen im Inneren und eisigen Minusgraden draußen nicht standgehalten. Schojgu erhob schwere Vorwürfe gegen fahrlässige Bauunternehmer, die besser kontrolliert werden müssten.
Nachdem russische Nachrichtenagenturen zunächst eine Explosion gemeldet hatten, wurde dies von den Behörden rasch ausgeschlossen. "Es ist bereits bewiesen, dass es kein Terrorakt war", sagte Luschkow. Moskau befindet sich noch im Schock, nachdem erst am 6. Februar bei einem Bombenanschlag in der U-Bahn 41 Menschen getötet und mehr als 130 verletzt worden waren. (apa/red)
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