Samstag, 14. Februar 2004

War Bush Armee-Drückeberger? US-Präsident ordnet Herausgabe seiner Militärakten an!

  • Papiere bringen vorerst allerdings keine neuen Erkenntnisse
  • PLUS: Kerry dementiert Sex-Gerüchte!

Unter wachsendem politischen Druck hat US-Präsident Bush die Herausgabe seiner Militärakten angeordnet. Mehrere hundert Seiten Dokumente wurden am Freitag veröffentlicht. "Der Präsident meint, alles sollte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden", teilte das Weiße Haus mit. Es werde von einigen versucht, den falschen Eindruck zu erwecken, dass es etwas zu verbergen gebe, hieß es weiter.

Bush wird vorgeworfen, sich längere Zeit unerlaubt von der Truppe entfernt zu haben. Die neuen Akten brachten jedoch zunächst keine neuen Erkenntnisse über den umstrittenen Zeitraum zwischen Mai 1972 und Mai 1973, als Bush zeitweise als Leutnant bei einer Einheit im US-Staat Alabama stationiert war. Speziell über Bushs Zeit in Alabama waren keine neuen Dokumente unter den Papieren. Bush leitete damals gleichzeitig die Wahlkampfkampagne von Winton Blount, einem Freund der Familie, der sich - letztlich erfolglos - um einen Sitz im Senat bewarb.

Die Demokraten werfen Bush vor, in dieser Zeit seinen Militärdienst vernachlässigt und sich regelwidrig von seinen Pflichten entfernt zu haben. Sie wollen sich erst zufrieden geben, wenn feststeht, dass Bush während seiner gesamten Zeit in Alabama uneingeschränkt bei der Nationalgarde im Einsatz war. Bushs Militärdienst war schon im Wahlkampf vor vier Jahren ein Thema, doch diesmal ist der Druck auf ihn weitaus größter, weil sein designierter Gegenkandidat John Kerry ein mit Tapferkeitsmedaillen ausgezeichneter Veteran des Vietnamkriegs ist.

(apa)

14.2.2004 07:25