Donnerstag, 12. Februar 2004

US-Oberbefehlshaber: Im Irak Anschlag entkommen

  • Panzerfaust-Angriff auf Konvoi von Hausdach aus
  • Chaos und Anarchie im Irak

Der Konvoi des Oberbefehlshaber der US-Truppen im Irak, John Abizaid, ist am Donnerstag mit Panzerfäusten angegriffen worden. Laut USA ist bei dem von einem Hausdach aus verübten Anschlag in Falluja aber niemand verletzt worden. US-Soldaten hätten erfolglos versucht, die Angreifer festzunehmen.

Augenzeugen widersprechen: Bei dem Überfall seien zwei Soldaten aus der Begleitung des US-Befehlshabers verwundet worden. Außerdem seien zwei Iraker verletzt worden, als aus dem Konvoi das Feuer erwidert worden sei. Abizaid selbst, der auch die US-Truppen im Nahen Osten und Zentralasien (Centcom) kommandiert, blieb unverletzt.

In Bagdad wurden drei US-Soldaten leicht verletzt, als Aufständische acht Mörsergranaten auf ihren Außenposten abfeuerten. Am Abend zuvor waren in Bagdad zwei US-Soldaten getötet worden, als ihr Fahrzeug auf einer Patrouille über einen Sprengsatz fuhr. In Ramadi, unweit von Falluja, starben am selben Abend zwei irakische Polizisten, als sie von Unbekannten an einem Kontrollpunkt angegriffen wurden.

Der US-Militärsprecher General Mark Kimmitt kündigte an, dass die US-Besatzung das Kopfgeld für Hinweise zur Ergreifung des mutmaßlichen jordanischen Terroristen Abu Mussab Sarkawi von fünf auf zehn Millionen US-Dollar erhöht hat. "Sarkawi und seine Organisation sind eng mit dem El-Kaida-Netzwerk verbunden", sagte Kimmitt.

Sarkawi sei "der derzeit schlagkräftigste Terrorist im Irak". Auf sein Konto gingen zahlreiche Terroranschläge, darunter die opferreichen Attacken auf das UN-Hauptquartier in Bagdad mit 22 Toten und einen Schiiten-Führer in Najaf, beide im vergangenen August.
(apa, red)

12.2.2004 18:21