Äthiopien: Fast 200 Tote bei Zusammenstößen
- Streit zwischen Mitgliedern verschiedener Volksgruppen?
Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Mitgliedern rivalisierender Volksgruppen sind in Äthiopien fast 200 Menschen ums Leben gekommen. Laut Regierung waren die meisten der bereits Ende Jänner getöteten Opfer Arbeiter einer Goldmine im westlichen Bundesstaat Gambela nahe der Grenze zu Sudan.
Wie die Regierung weiter berichtet, seien die Arbeiter von einer Gruppe bewaffneter Männer angegriffen worden, die behauptet hätten, Anführer der Volksgruppe der Agnwak zu sein. Mitarbeiter westlicher Hilfsorganisationen hatten bereits am Vortag von heftigem Kämpfen um eine Goldmine nahe der Stadt Dima mit Dutzenden von Toten berichtet. Die mehrtägigen Kämpfe begannen demnach bereits am 29. Jänner zwischen einheimischen Agnwak und Arbeitern aus anderen Landesteilen. Beim Eingreifen der Armee seien auch mehrere Soldaten getötet worden, hieß es.
In Äthiopien dominiert in jedem Bundesstaat die jeweils stärkste Volksgruppe: Sie schreibt den Regierungskurs und die offizielle Sprache vor. Im Bundesstaat Gambela fühlen sich die einheimischen Agnwak seit einiger Zeit von Zuwanderern aus der Hauptstadt und anderen Teilen des Landes bedrängt.
(apa)
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