Mittwoch, 11. Februar 2004

Gazastreifen: Neun Tote bei israelischer Militäraktion

  • Soldaten erschossen palästinensischen Polizisten
  • Acht Palästinenser bei Militäraktion getötet

Israelische Soldaten haben am frühen Mittwochmorgen einen palästinensischen Polizisten erschossen. Der 22-Jährige sei in den Kopf getroffen worden, als die Armee das Feuer auf einen Posten der palästinensischen Sicherheitskräfte eröffnet habe, teilten Sanitäter mit. Bei Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten kamen Mittwochfrüh weitere acht Palästinenser ums Leben.

Im Gaza-Stadtteil Shejaiya seien sechs Palästinenser erschossen worden, verlautete aus palästinensischen Quellen. 20 Palästinenser hätten zum Teil schwere Verletzungen erlitten.

Wie der israelische Rundfunk unter Berufung auf palästinensische Angaben berichtete, starben zwei weitere Männer bei zwei Militäraktionen in der Nähe von Gaza und in der Stadt Rafah. Ziel der israelischen Operation in Rafah an der Grenze zu Ägypten sei das Aufspüren von Tunneln gewesen, die zum Einschmuggeln von Sprengstoff und Waffen benutzt werden.

Der palästinensische Ministerpräsident Korei hat unterdessen am Dienstagabend in Rom mit dem italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi über neue Ansätze zu Friedensgesprächen in Nahost gesprochen. Nach dem Treffen forderte Korei energische Schritte gegen die umstrittenen Sperranlagen Israels im Westjordanland. Außerdem plädierte er dafür, die Rolle des Nahost-Quartetts - USA, Russland, EU und Vereinte Nationen - zu stärken.

Berlusconi meinte, die Nahost-Friedensgespräche müssten unbedingt wieder aufgenommen werden. Italien wolle dabei Hilfestellung leisten. Korei rifft am Mittwoch auch Staatspräsident Ciampi. Bei dem dreitägigen Besuch in Rom empfängt ihn auch Papst Johannes Paul II. Er besucht auf seiner Europareise auch Brüssel, Berlin und Paris. (apa/red)

11.2.2004 10:05