Dienstag, 10. Februar 2004

Schwarzenegger: Keine Stadion-Umbenennung

  • Grazer Gemeinderat belässt es bei Appell an Schwarzenegger
  • Grüne und KP blitzen ab

Der Gemeinderat von Graz hat am Mittwoch einen Appell an den Kalifornischen Gouverneur und gebürtigen Grazer Arnold Schwarzenegger gerichtet, den Vollzug der Todesstrafe auszusetzen und überhaupt abzuschaffen. Ein Antrag der Grünen und der Kommunisten, Schwarzenegger den Ehrenring der Stadt abzuerkennen und das Schwarzenegger-Fußballstadion umzubenennen, fand keine Mehrheit.

Die Grazer Sozialdemokraten hatten noch am Dienstag erklärt, "Arnie" die Rute ins Fenster stellen zu wollen: Sollte binnen eines halben Jahres kein Einlenken seinerseits erfolgt sein, würde man der Umbenennung zustimmen und den Ehrenring aberkennen.

Am Mittwoch war dieses Ultimatum im tatsächlich eingebrachten Antrag stark abgemildert: Bei einer allfälligen Nicht-Reaktion des Gouverneurs sei vom Bürgermeister "für die weiterführenden Beratungen noch im Jahr 2004 zu berichten", hieß es. Dieser Formulierung stimmte letztlich auch die ÖVP vor und sicherte dem SPÖ-Antrag die Mehrheit.

In der über Strecken sehr emotionell geführten Debatte wurden auch unterschiedliche Auffassungen innerhalb der Sozialdemokraten sichtbar. Für die Grünen war die Ablehnung des Gnadengesuchs nur die Bestätigung von Schwarzeneggers Nähe zur Gewalt, der sich der Ehrenbezeugungen seitens der "Menschenrechtsstadt Graz" unwürdig erwiesen habe. Bürgermeister Siegfried Nagl (V), der auch schon als Person ein entsprechendes Schreiben an den Gouverneur gerichtet hatte, meinte, man sollte nicht den Abbruch von Brücken riskieren und besser zu überzeugen versuchen als zu drohen. In dieser Situation sie nicht die Distanzierung der richtige Weg.

Als weiterer Punkt im SPÖ-Antrag wurde beschlossen, die bereits geltende Richtlinie, nur Straßen, Plätze und Parks nicht mehr nach lebenden Personen zu benennen, künftig auch auf städtische Gebäude und Einrichtungen auszudehnen.
(apa, red)

10.2.2004 16:05