Dienstag, 10. Februar 2004

Arabische Emirate: Flugzeug stürzte auf Wohngebiet!

  • Opfer-Bilanz: 3 Überlebende, 43 Tote
  • Plus: Die Bilder vom Unglück!

Beim Absturz einer iranischen Passagiermaschine in einem Wohngebiet in den Vereinigten Arabischen Emiraten sind 43 Insassen ums Leben gekommen. Drei Menschen, unter ihnen ein Kind, haben das Unglück am Dienstag nach Behördenangaben schwer verletzt überlebt. Als Unfallursache vermuten Experten technisches Versagen.

Die Maschine der Fluggesellschaft Kish Airlines zerschellte wenige Kilometer vor dem Flughafen des Emirates Schardscha auf dem Boden. Trotz des Aufschlags fast direkt in einem Wohngebiet kam am Boden niemand zu Schaden.

Der iranische Präsident Mohammed Chatami ordnete eine Untersuchung des Unglücks an. Die drei Überlebenden kamen in ein Krankenhaus in Schardscha; zwei von ihnen befanden sich am Abend in einem kritischen Zustand. Bei der Maschine, die vor allem indische und iranische Gastarbeiter an Bord hatte, handelt es sich um eine Fokker 50. Die Unfallursache sei vermutlich ein technischer Defekt, berichtete der iranische Nachrichtendienst Kar unter Berufung auf die nationale Luftfahrtbehörde. Von dem Flugzeug blieb nur noch das Heck übrig.

Die Maschine soll gegen 10.30 Uhr (Ortszeit) von der Insel Kish aus gestartet und etwa eine halbe Stunde später abgestürzt sein. Die Unglücksstelle liegt nur wenige Kilometer nördlich des Wirtschaftszentrums Dubai. Ein Notruf des Piloten sei nicht beim Tower in Schardscha eingegangen, berichtete der Direktor der dortigen Luftfahrtbehörde. Die Verständigung sei planmäßig gewesen. Auch über technische Probleme habe ihm der Pilot nichts gesagt. Am Nachmittag wurden der Flugschreiber und der Stimmenrekorder gefunden.

Kish ist eine kleine, zu Iran gehörende Insel im Süden des Landes etwa 200 Kilometer vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate. Die Passagiere haben Agenturberichten zufolge ein neues Visum für ihren Aufenthalt in den Emiraten benötigt und waren deswegen kurz aus Schardscha ausgereist. In den Emiraten leben zahlreiche Gastarbeiter. Kish Airlines fliegt mehrmals täglich Dubai und Schardscha an.

Nach dem Unglück spielten sich dramatische Szenen ab: Qualmende Trümmer lagen weit verstreut. Hunderte von Rettern und Feuerwehrleuten löschten Brände und bargen Leichen. Notärzte eilten sofort zum Unglücksort. Die Polizei sperrte das Gebiet weiträumig ab.

Die 46 Insassen der Maschine, unter ihnen sechs Crew-Mitglieder, stammten nach Angaben der Luftfahrtbehörde von Schardscha vorwiegend aus Iran und Indien. Aber auch Menschen aus Ägypten, Algerien, Syrien, Nepal, Bangladesch und anderen asiatischen und afrikanischen Ländern seien an Bord gewesen. Aus Europa stammte kein Opfer.
(apa, red)

10.2.2004 10:06