"Falsche Erwartungen": Neue Vorwürfe gegen Blair
- Ex-Geheimndienstvertreter wettert wegen Irak-Krieg gegen Premier
- Frühere Leiter der Abteilung für ABC-Waffen glaubt nicht an Waffenlager
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Ein früherer ranghoher britischer Geheimdienstvertreter hat der Regierung von Premier Blair neue Vorwürfe wegen ihrer Angaben über angebliche irakische Massenvernichtungswaffen gemacht. Blair habe "falsche Erwartungen" geweckt, indem er die Bevölkerung habe glauben machen, dass der Irak tatsächlich solche Waffenvorräte besitze, sagte Brian Jones in der britischen Tageszeitung "Independent" von Dienstag.
Er persönlich glaube nicht, dass noch Waffenlager im Irak gefunden würden, sagte Jones. Das von Blair benutzte Geheimdienst-Dossier mit der These, der Irak könne binnen 45 Minuten Massenvernichtungswaffen aktivieren, habe lediglich mehrere "mögliche Szenarien" entworfen. Es sei weniger um eine konkrete Gefahr gegangen, betonte Jones, der bis Jänner 2003 beim britischen Militärgeheimdienst Leiter der Abteilung für ABC-Waffen war.
Vor wenigen Tagen hatte Blair eingeräumt, er habe zum Zeitpunkt seiner Rede mit der "45-Minuten-These" nicht genau gewusst, um welche Art Waffen es sich handelte: Um Mittelstreckenraketen oder taktische Waffen mit geringer Reichweite, die also keine Bedrohung für die westliche Welt dargestellt hätten. Die angeblichen Massenvernichtungswaffen im Irak waren von den Regierungen in London und Washington als Hauptgrund für den Krieg angeführt worden. (apa)
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