Bub tot geprügelt: Vater und Mutter vor Gericht
- Vater verteidigte sich: "Es war ein Unfall". Mutter: "Bin nicht schuld an seinem Tod"
Anklage: Mord. Wurde der 4-jährige Daniel von seinem Vater tot geprügelt? Der Vater des Kindes verteidigte sich: "Es war ein Unfall." Die Mutter, angeklagt wegen Quälen und Vernachlässigung, sagte: "Ich bin nicht schuld." Heute werden Zeugen und Gutachter befragt.
In der Nacht auf 31. Mai 2003 schlug H. wieder einmal in alkoholisiertem Zustand auf den Vierjährigen ein. Dieser blieb schließlich blutend auf dem Boden der Gehschule liegen. Um ihren Freund "abzulenken", versuchte Karin B. ihn zu verführen. Doch H. schlug und würgte das Kind weiter. Erst am nächsten Tag verständigte das Paar die Rettung. Daniel starb einen Tag später.
Helmut H. konnte sich kaum an etwas erinnern. "Ich habe ihm leider zwei Ohrfeigen gegeben", war alles, was ihm zu der Tatnacht einfiel. "Davon stirbt kein Mensch", so Richterin Lapanje. Die Mutter erklärte immer wieder, sie sei nicht dazwischen gegangen, "weil ich so Angst hatte. Ich hab' gedacht, er bringt uns vielleicht alle um".
Die Eltern fühlten sich der unfassbar grausamen Tat nicht wirklich schuldig: "Es war ein Unfall", sagte der Vater. Der kleine Daniel war das erste gemeinsame Kind von Helmut H. und Karin B., drei weitere folgten. Ein fünftes verlor die Frau während der U-Haft. Aus einer früheren Beziehung hatte sie bereits eine Tochter. Doch Opfer der Angriffe des 42-jährigen Grazers war ständig der zuletzt vierjährige Daniel, der einen Herzfehler hatte und unter dem Down-Syndrom litt.
In der Kinderklinik stellte man fest, dass der damals dreieinhalbjährige Bub seit der letzten Untersuchung zwei Kilo abgenommen hatte. "Im Spital aß er mit großer Begeisterung eine Extrawurstsemmel, aber vermutlich war es seine erste und letzte", formuliere es die Staatsanwältin. Jede Hilfe oder Frühförderung lehnten die Eltern ab. (apa)
Familiendrama in St. Pölten15:23
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