Freitag, 13. Februar 2004

Rätsel um "KG" gelöst: Grasser senior hielt FirstInEx-Aktien!

  • Treuhänder Medwed: Vater des Finanzministers habe 0,7356% des Grundkapitals gehalten
  • Kein Minister-Kommentar zum Aktienbesitz des Vaters

Überraschung zur Causa Homepage: Das Geheimnis um das Kürzel "KG", ist gelüftet. Spekulationen, es könne sich gar Finanzminister Karl-Heinz Grasser hinter diesen Buchstaben verbergen, entbehren jeder Grundlage. Das sagt der Klagenfurter Anwalt Stephen Medwed, der als Treuhänder Aktien an der Internet-Firma FirstInEx gehalten hat - sein Treugeber sei Karl Grasser, der Vater des Ministers!

Die FirstInEx hatte ursprünglich den Auftrag für die Gestaltung der Grasser-Homepage des "Vereins zur Förderung der New Economy" erhalten, diesen aber im Sommer 2001 wieder verloren.

Medwed, der ausdrücklich betont, die Ermächtigung seines Treugebers zur Veröffentlichung eingeholt zu haben, berichtet, dass Grasser senior vom Dezember 2000 bis zum Juli 2001 3.200 FirstInEx- Aktien zu einem Nominale von einem Euro und einem Ausgabekurs von 20 Euro gehalten habe. Dies seien 0,7356% des Grundkapitals des Unternehmens gewesen.

Verringert habe sich dieser Anteil dann im Zuge einer Kapitalerhöhung, an der sich Grasser nicht beteiligt habe, so Medwed weiter. Im Zuge eines Sacheinlagevertrags im "Juli/August 2003" sind die FirstInEx-Aktien dann in die FirstInEx-Mutter YLine Internet Business Services AG eingebracht worden, als Gegenleistung habe es 4.737 YLine-Aktien gegeben. "Diese sind laut Auskunft von KR Grasser in dem Konkurs der YLine im September 2001 zur Gänze wertlos geworden."

Auf die von Medwed als Treuhänder gehaltenen Anteile hatte am Dienstag der Grün-Abgeordnete Kogler hingewiesen. Er hatte allerdings gemutmaßt, dass es sich bei "KG" um den Minister selbst handeln könnte.

Kein Minister-Kommentar zum Aktienbesitz des Vaters
Vorerst keinen Kommentar wollte Finanzminister Karl-Heinz Grasser am Freitag Nachmittag am Rande einer Bundesrats-Sitzung zum bekannt gewordenen Aktienbesitz seines Vater Karl Grasser an der Internet-Firma FirstInEx abgeben. Bei der Beantwortung einer Dringlichen Anfrage der SPÖ in der Länderkammer betonte der Finanzminister aber einmal mehr, dass alle Vorgänge rund um den "Verein zur Förderung der New Economy" korrekt gewesen seien. Neuerlich sagte Grasser aber, dass FirstInEx im Jahr 2001 sehr wohl "am Rande der Pleite war". (apa/red)

13.2.2004 16:53