Freitag, 13. Februar 2004

Causa Martin: Für Gusenbauer "Ausschluss einzige Möglichkeit"

  • "Herbert Bösch ist der wirkliche Aufdecker"
  • Martin wehrt sich: "Habe nie jemanden körperlich bedrängt"

SPÖ-Bundesvorsitzender Alfred Gusenbauer hat am Freitag zum Ausschluss von Hans-Peter Martin aus der Fraktion der Sozialdemokraten im EU-Parlament (SPE) Stellung genommen. Jeder müsse für sein eigenes Verhalten die Verantwortung tragen, sagte der SPÖ-Chef. Der unabhängige Abgeordnete Martin sei ein guter Journalist und habe im EU-Parlament gute Arbeit geleistet - "was die Fragen der Transparenz betrifft".

Aber es gehe nicht an, andere Abgeordnete bis zum körperlichen Bedrängen zu belästigen. Die Fraktion habe es ihm offen gestellt, sich zu entschuldigen. Martin habe diese Möglichkeit nicht wahr genommen, und das Klima dort sei so vergiftet gewesen, dass der Ausschluss "wahrscheinlich die einzige Möglichkeit" war. Gleichzeitig sagte Gusenbauer, Spesenabrechnungen dürften nur enthalten, wofür tatsächlich Spesen angefallen sind.

Im Übrigen sei Martin nicht der einzige Aufdecker, erinnerte Gusenbauer. Der "erfolgreichste Aufdecker" im EU-Parlament sei der Bregenzer EU-Abgeordnete Herbert Bösch. Die SPÖ werde zwar erst Ende April die Entscheidung treffen, wer für das EU Parlament kandidiert. Aber die Arbeit von Bösch im Europäischen Parlament sei eine "absolute Empfehlung für eine weitere Periode", ließ Gusenbauer keinen Zweifel an seiner Präferenz für den "wirklichen Aufdecker" Herbert Bösch. (apa)

13.2.2004 16:00