Angst um Pensionen: Junge fürchten um Altersversorgung
- AK-Präsident: Gesetzliche Altersvorosrge sei in letzten drei Jahren "zerstört worden"
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Die Angst um die Altersversorgung ist in den letzten Jahren besonders in der jungen Generation gestiegen: 38 Prozent der Beschäftigten unter 30 Jahre befürchten, dass sie im Alter keine ausreichende Pension erhalten werden, wie Umfragen der Institute SORA und IFES für den Arbeitsklima-Index ergaben. 46 Prozent sehen sich mit ihrer Pensionsoption "wohl gerade über die Runden" kommen.
Die gesetzliche Altersvorsorge sei in den letzten drei Jahren "zerstört" worden, meinte OÖ-Arbeiterkammerpräsident Kalliauer. 2001 waren nur 29 Prozent der unter 30-Jährigen der Meinung, im Alter nicht ausreichend versorgt zu sein.
Besonders unter den Frauen mit Kind ist in dieser Altersgruppe die Angst in den vergangenen drei Jahren von 27 auf 44 Prozent gestiegen. Die unter 30-jährigen Familienväter liegen mit 39 Prozent knapp darunter. Bei ihnen hat die Angst um 20 Prozentpunkte zugenommen.
Auch bei den Beschäftigten über 30 Jahre ist die Angst um eine ausreichende Altersvorsorge um zehn Prozentpunkte gewachsen: von 18 auf 28 Prozent. "Das Gefühl von Berechenbarkeit und Gerechtigkeit sinkt ständig", beschreibt Kalliauer die pessimistische Stimmung.
IFES-Sozialforscher Michenthaler sieht in den gestiegenen Ängsten einen "tief greifenden Vertrauensbruch in das politische System". Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit seien gerade bei der jungen Generation zunehmend in Frage gestellt: "Das hat Folgewirkungen für das gesamtwirtschaftliche System", warnte der Sozialforscher.
SORA-Sozialforscherin Enzenhofer macht bei der Auswertung des Arbeitsklima-Indizes, eine geteilte Entwicklung aus: bei den "Soft facts" des Arbeitslebens, wie Modernisierung, Verbesserung des Führungsstils, Arbeitsklima, Autonomie und Weiterbildung sei die Entwicklung positiv verlaufen. Die harten Fakten entwickelten sich dagegen immer schlechter: wegen der zunehmenden Benachteiligung niedrigerer Bildungsschichten und Frauen könne man nach Enzenhofers Meinung inzwischen von einer "Zwei-Klassengesellschaft" sprechen. (apa)
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