Mittwoch, 11. Februar 2004

Vogelgrippe: Keine aktuelle Gefahr in Österreich

  • Bei etwaigem Ausbruch würde Krisenplan aus dem Jahr 2000 in Kraft treten

Keine unmittelbare Gefährdung für Österreich durch den Ausbruch der Vogelgrippe in Ostasien ortet Gesundheitsministerin Rauch-Kallat. Dennoch informierte sie am Mittwoch über die getroffenen Vorsorgemaßnahmen. So hat sich der Oberste Sanitätsrat bereits vor 14 Tagen mit dieser Causa befasst, berichtete dessen Vorsitzender, Prof.Dr. Ernst Wolner.

Geflügel, Fleisch und Eier, aber auch Ziervögel dürfen aus den betroffenen Ländern derzeit nicht in die Europäische Union eingeführt werden, so die Ressortchefin. Sollte es dennoch zu einem Ausbruch kommen, würde der im Jahr 2000 erstellte Krisenplan in Kraft treten. Bei Verdachtsfällen besteht in der Alpenrepublik eine Anzeigepflicht, an die sich die Betroffenen schon alleine deshalb halten würden, da sie erst danach Anspruch auf Entschädigung hätten. Zudem seien alle Standorte von Geflügelzüchtern erfasst.

Dramatischer als dieser Aspekt der auch Geflügelpest genannten Krankheit wäre eine theoretisch mögliche Verschmelzung der sich sehr ähnlichen Viren der Vogelgrippe mit der Influenza. Sollte sich diese Befürchtung bewahrheiten, so Wolner, dann wäre nicht nur eine Übertragung von Tier zu Mensch, sondern auch von Mensch zu Mensch möglich.

Aber auch für diesen - hypothetischen - Fall sehen sich die Experten des Sanitätsrats gewappnet: Denn der derzeitige Grippeimpfstoff wäre auch gegen diesen Erreger zumindest teilweise wirksam, weiß Wolner. Derzeit sind 17 Prozent der Österreicher bereits geschützt, eine komplette Durchimpfung wäre theoretisch in etwa einer Woche möglich. Das entsprechende Serum wäre ausreichend vorhanden. Gleichzeitig würde der neue Virus isoliert und getestet, um möglichst kurzfristig große Mengen eines neuen, speziellen Impfstoffes mittels Zellkulturen herzustellen.

11.2.2004 13:55