Wien-Liesing: Bau des islamischen Friedhofs beginnt
- Anlage im Süden Wiens erste ihrer Art in Österreich
- Bis zu 3.000 Gräber soll das Areal umfassen können
In Wien-Liesing haben die Bauarbeiten für den islamischen Friedhof begonnen. Bis zu 3.000 Gräber werden auf dem Areal Platz finden. Die Anlage im Süden der Stadt wird die erste ihrer Art in Österreich sein, bisher gibt es noch keinen eigenen Friedhof für Muslime.
Ursprünglich war geplant, das Areal in Wien bereits im Herbst 2003 seiner Bestimmung zu übergeben. Archäologische Grabungen haben jedoch zu Verzögerungen geführt, wie der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Anas Schakfeh, berichtete.
Einen Termin für die Fertigstellung wurde noch nicht genannt. Laut Schakfeh sollen die Arbeiten an dem 34.000 Quadratmeter großen Areal nach Möglichkeit noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, aber auch eine weitere Verschiebung auf 2005 sei möglich. Derzeit führt die Stadt Wien die Vorbereitung bzw. Aufschließung der Fläche und den Bau der Einfriedung durch.
Den Wunsch nach einem eigenen Friedhof besteht schon lange. Mitglieder der zweitgrößten Religionsgemeinschaft - derzeit leben in Wien rund 120.000 Muslime - wurden bisher in den städtischen Friedhöfen begraben, etwa in der islamischen Abteilung am Zentralfriedhof. Dort stehen jedoch bereits Kapazitätsprobleme bevor. Fast zwanzig Jahre hat es gedauert, bis die Gespräche zwischen der islamischen Glaubensgemeinschaft und der Stadt Wien schließlich zu einem Ergebnis geführt haben.
Der islamische Friedhof wird zwischen Großmarktstraße, Laxenburger Straße, Haböckgasse und Liesingbach errichtet. Die Gräber sind so angelegt, dass die Verstorbenen entsprechend dem islamischen Bestattungs-Ritus mit dem Gesicht in Richtung Mekka begraben werden können. Die Verabschiedung wird in einem speziell dafür errichteten Gebäude stattfinden. (apa)
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