10 Euro pro Auto: Venedig führt Touristen-Steuer ein
- Wer über die "Brücke der Freiheit" die Lagunenstadt erreicht, muss zahlen
Touristenfalle Venedig: Um den Privatverkehr auf der "Brücke der Freiheit" zu reduzieren, die Mestre mit der Lagunenstadt verbindet, hat der Bürgermeister von Venedig die Einführung einer Steuer von zehn Euro pro Pkw beschlossen. Die Maßnahme muss noch das Grüne Licht des Gemeinderats erhalten. Touristen müssen dann in Mestre ein Ticket zahlen, um die acht Kilometer lange Brücke zu befahren.
Von der Zahlung der Steuer sind die Einwohner Venedigs sowie Personen ausgeschlossen, die in der Lagunenstadt arbeiten oder studieren.
"Die Luftverschmutzung hat stark zugenommen, wir müssen dagegen Maßnahmen ergreifen", sagte der Bürgermeister, der sich an dem Londoner Modell ein Beispiel nimmt. Dank einer Steuer für Autos, die ins Zentrum fahren wollen, konnte der Verkehr in der britischen Hauptstadt um durchschnittlich 16 Prozent reduziert werden.
2002 hatte Venedig bereits eine Steuer für Touristenbusse eingeführt. Jeder Touristenbus muss seitdem 150 Euro pro Tag zahlen, sieben Euro pro Passagier. Wenn ein Bus zwei Tage in Venedig stoppt, steigt die Steuer auf 225 Euro.
"40 Prozent des Mülls werden von Touristen produziert, die sich in Venedig oft nur wenige Stunden aufhalten. Für diese Kosten können die Bewohner der Stadt nicht allein aufkommen", hatte der Bürgermeister die Steuer gerechtfertigt.
(apa, red)
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