NEWS: Styria-Chef Pirker will jetzt auch "Standard" kaufen
- Styria will bis 2010 Umsatz von 400 Mio. Euro auf knapp 1 Mrd. Euro steigern.
- "Standard"-Sorge über "Presse-Konzentration"
In einem Interview für die aktuelle Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS bekundet der Vorstandsvorsitzende der Styria Medien AG ("Die Presse", "Kleine Zeitung") nach dem Einstieg bei der ET Multimedia AG ("Wirtschaftsblatt", "Wienerin") Interesse an einer Übernahme des "Standard". Der "Standard" wäre eine große Stärkung", erklärt Pirker im NEWS-Gespräch. Der Betriebsrat des "Standard" reagiert indes mit Sorge und warnt vor einer "Presse"-Konzentration.
Auf die Frage, wie er die Überlebens-Chancen des "Standard" in dessen derzeitiger Konstellation (51 Prozent hält Gründer Oscar Bronner und 49 Prozent der Süddeutsche Verlag) einschätzt, meint Pirker: "Eine Stand-alone-Position ist für den "Standard" nicht wünschenswert und schwierig, wie es auch für die "Presse" früher schwierig war." Eine Marktdominanz sieht der Verlagschef hingegen nicht gegeben, sollten "Standard", "Presse" und "Wirtschaftsblatt" in einem Medienunternehmen konzentriert sein. "Die Mediaprint hält selbst fest, dass der "Kurier" die größte Qualitätszeitung Österreichs ist, größer als "Standard" und "Presse" zusammen", so Pirker.
Ganz klar ist für Pirker der Wachstumskurs, den er der Styria verordnet. Das Medienunternehmen, dass derzeit in Österreich, Slowenien und Kroatien präsent ist, soll von derzeit rund 400 Mio. Euro Umsatz bis 2010 auf knapp eine Mrd. Umsatz wachsen, erklärt der Medienmanager gegenüber NEWS. Dass die Styria sogar die Mediaprint an Größe überflügelt, will Pirker nicht ausschließen, betont aber, dass dies kein besonderes Ziel sei. "Ziel ist es vielmehr, dass die Styria bis 2010 eine führende Rolle in der 15-Mio.-Einwohner-Region Österreich, Slowenien und Kroatien einnimmt", sagt Pirker im NEWS-Interview.
Mit Ablehnung reagiert die Mannschaft des "Standard" auf das Ansinnen der Styria. "Das Liebeswerben von Styria-Vorstandschef Horst Pirker stößt nicht auf die entsprechende Gegenliebe die der Belegschaft und beim Betriebsrat", erklärt die Betriebsrätin des "Standard", Astrid Zimmermann, gegenüber NEWS. "Eine Übernahme des "Standard" durch den "Presse"-Eigentümer Styria wäre ein weiterer Konzentrationsprozess, der sicher keinen Vorteil für die heimische Medienlandschaft bringt", sagt Zimmermann, die auch als Journalisten-Gewerkschafterin aktiv ist.
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