Scheidungswaffe Kind: Die Akte Christian
- Alles über den Fall, der ganz Österreich bewegt
- Die geheimen Gerichtsgutachten & neuen Zeugen im Justizdrama
Rosenkrieg-Opfer Kind: Sie wurden entführt, versteckt, leben im Heim. Scheidungskinder klagen an: Warum tut ihr uns so weh!
Die Richter sagen: Christian geht es gut. Er ist froh, wieder bei seiner Mutter zu sein. Und die Vorkommnisse des 26. Jänner 2004 als das Kind im Behördenauftrag gewaltsam aus dem Haus seines Vaters in Salzburg geholt wurde hätte der Achtjährige schon fast vergessen.
Happy End? Freiwillig wäre er also in sein Geburtsland Schweden zurückgekehrt, und freudig hätte er bereits sein Zimmer bezogen, im Haus der Mama, deren Aussagen zufolge der Bub jetzt die meiste Zeit des Tages damit verbringe, mit seinem Brüdern Alexander, 11, und den vierjährigen Zwillingen Sebastian und Maximilian herumzutollen. Ein jahrelanges Sorgerechtsdrama scheint damit also ein glückliches Ende genommen zu haben
Die Wahrheit dürfte eine andere sein. Denn psychologische Gutachten, die NEWS exklusiv vorliegen, belegen, dass Christian längst Zeichen massiver seelischer Störungen aufweist. Die sich in depressiven und aggressiven Schüben äußern. Symptome, die sich kaum vereinbaren lassen mit den Erzählungen von Christians angeblich so friedlichem Spielverhalten in seinem neuen Zuhause.
Dennoch: Für das Salzburger Bezirksgericht ist damit der Fall Christian vorerst abgeschlossen. Der Bub, so das Urteil, muss in Hinkunft bei seiner Mutter, Elisabeth R., 33, leben. Eine Entscheidung, die der Vater, Ulf Wildner, nicht akzeptieren will. Weil meine Exfrau, wie der 39-Jährige behauptet, nicht fähig ist, für ihre Kinder zu sorgen.
Der zweite Vater. Der letzte Akt in der Tragödie um dieselben ist also noch längst nicht geschrieben zumal neben Wildner jetzt auch Dr. Johannes M., ein früherer Lebensgefährte Elisabeth R.s und Vater ihrer Zwillinge, Vorwürfe gegen die Frau erhebt: Meine Söhne, sagt er, sind bei ihr nicht sicher (siehe Interview nächste Seite). Fest steht: Auch der 45-jährige Arzt versucht bereits seit Jahren, das Sorgerecht für die zwei Vierjährigen zu bekommen.
Wegen der Hoffnung, auf gütlichem Wege mit der Mutter eine Lösung zu finden, ist Johannes M. bis dato mit den damit verbundenen Problemen nicht an die Öffentlichkeit getreten: Doch als Elisabeth R. nun mit meinen beiden Kindern in Salzburg war und sie mir verweigerte, sie zu sehen, wurde mir klar, dass sie an einer einvernehmlichen Regelung im Sinne der Zwillinge derzeit nicht interessiert ist.
Verzweiflung und das Ohnmachtsgefühl, einem ungerechten Urteil ausgeliefert zu sein, hätten, so erklärt Ulf Wildner, ja auch ihn letztendlich dazu veranlasst, die Medien so massiv in seinen Sorgerechtsstreit zu involvieren.
Aber im Dunkeln blieb bislang das wahre Ausmaß des Dramas. Das, wie umfangreiche Akten belegen, schon längst vor seinem ersten offiziellen Kapitel, der Scheidung von Ulf Wildner und Elisabeth R., begonnen hat
Unglückliche Beziehung. Die zwei Schweden kannten einander schon seit ihrer frühen Jugend. Beider Eltern waren aus Deutschland ausgewandert. Lange, so Ulf Wildner, sind Elisabeth und ich nur oberflächlich miteinander befreundet gewesen. Erst als sie 17 war, verliebten wir uns ineinander. Doch die Beziehung war von Anfang an nicht harmonisch.
Wir haben, erinnert sich Elisabeth R., viel gestritten und uns mehrmals getrennt. Trotz ständiger Unstimmigkeiten: 1991 wurde die Frau schwanger. Ungewollt. Aber wir hofften, sagt Ulf Wildner, dass durch das Baby unser Verhältnis besser werden würde.
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PLUS: Auch der zweite Vater kämpft um seine Kinder
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