Samstag, 7. Februar 2004

Causa Parmalat: Bankkonto in Monaco beschlagnahmt

  • Gründer Tanzi wird am Montag nach Parma verlegt
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Auf Anordnung der Staatsanwälte von Parma, die wegen der Insolvenz des italienischen Nahrungsmittelkonzerns Parmalat ermitteln, ist am Samstag ein Bankkonto in Monaco beschlagnahmt worden, auf dem sich angeblich beim Milchgiganten unterschlagene Gelder befinden.

Nach Angaben italienischer Medien liegen mindestens zwei Millionen Euro auf dem Konto der Bank Credit Suisse. Das Konto wurde unter einem Decknamen geöffnet, hinter dem die Ermittler den inhaftierten Ex-Finanzdirektor des Konzerns, Luciano Del Soldato, vermuten.

Laut den Ermittlern ist die beschlagnahmte Summe nur ein minimaler Teil eines größeren "Geheimschatzes", den Del Soldato auf Bankkonten in Monaco, Liechtenstein und Luxemburg versteckt haben soll. Das Bankkonto der Credit Suisse konnte dank der Zusammenarbeit zwischen den italienischen Justizbehörden und den Ermittlern in Monaco entdeckt werden.

Del Soldato befindet sich seit dem 31. Dezember in Untersuchungshaft. Zusammen mit dem Ex-Finanzchef der Gruppe, Fausto Tonna, gilt er als Drahtzieher im Finanzskandal, der zum Zusammenbruch des Milchriesen unter einem Schuldenberg von zirka 14,5 Mrd. Euro geführt hat. Die Ermittler vermuten weitere geheime Bankkonten Parmalats in Ländern wie Malta und den Cayman Inseln.

Parmalat-Gründer Tanzi wird verlegt
Inzwischen bereitet sich der seit dem 27. Dezember inhaftierte Parmalat-Fimengründer Calisto Tanzi auf seine Verlegung vor. Der 65-jährige Großunternehmer wird am kommenden Montag die Mailänder Strafanstalt San Vittore verlassen und in eine Strafanstalt in Parma gebracht werden. Anträge auf Hausarrest, die die Rechtsanwälte des Großindustriellen in den vergangenen Wochen wiederholt eingereicht hatten, wurden von den Justizbehörden wegen der Gefahr einer Unterschlagung wichtiger Beweise für die Untersuchung stets abgelehnt. (APA)

7.2.2004 13:25