Samstag, 7. Februar 2004

Piloten streiken: Alitialia streicht heute 159 Flüge!

  • Verbindungen von und nach Österreich waren nicht betroffen
  • Auch Ärzte und Krankenschwestern streikten!

Die Streikwelle in Italiens Flugverkehr scheint kein Ende zu nehmen. Wegen eines Pilotenstreiks muss die italienische Fluggesellschaft Alitalia am Montag 159 Flüge streichen. Gecancelt wurden auch 60 internationale Verbindungen, Flüge von und nach Österreich waren laut Alitalia nicht betroffen.

Von der Protestaktion waren etwa 8.600 Passagiere betreffen. Mit dem Ausstand protestierten die Piloten gegen den Sanierungsplan des Airline-Managements, der die Streichung von 2.700 Arbeitsplätzen vorsieht. Gegen das Vorhaben hatte das Alitalia-Personal in den vergangenen Wochen wiederholt gestreikt und demonstriert.

Auch Ärzte streikten
Auch Ärzte und Krankenschwestern in den Spitälern legten am Montag für 24 Stunden ihre Arbeit nieder. In den Krankenhäusern wurden lediglich akute Notfälle behandelt, etwa 90.000 Operationen mussten um einen Tag verschoben werden. Die 150.000 Bediensteten in den Spitälern wollen Druck auf die Tarifverhandlungen machen. Seit zwei Jahren wurden ihre Verträge nicht erneuert.

Gewerkschaften gegen Stellenkürzungen
Die Regierung in Rom warnte vor dem Konkurs der noch staatlichen Fluggesellschaft Alitalia, sollten die Gewerkschaften den Sanierungsplan mit schmerzhaften Stellenkürzungen nicht annehmen. "Die Gewerkschaften müssen sich zum Dialog entscheiden, denn in einigen Monaten wird es nicht mehr um die Streichung von 2.700 Arbeitsplätzen gehen. 22.000 Personen, die gesamte Belegschaft, wird ohne Job sein", warnte Verkehrsminister Pietro Lunardi.

Die Umsetzung des Sanierungsplans sei unumgänglich, damit Alitalia in der neuen Holding aus Air France und KLM, der die italienische Fluggesellschaft beitreten will, Gewicht hätte. Laut dem Management ist der Personalabbau eine unvermeidbare Bedingung, um die vor der Privatisierung stehende Gesellschaft vor dem Zusammenbruch zu retten. (APA/Red.)

7.2.2004 11:14