Freitag, 6. Februar 2004

Versäumte Lohnsteuerausgleiche: 220 Mio "Körberlgeld" für Fiskus

  • "Geld zurück vom Finanzamt" über Arbeitnehmerveranlagung von fast einem Drittel der Lohnsteuerpflichtigen nicht wahrgenommen

Weil sich viele Steuerzahler nicht die Mühe machen und oft auch nicht wissen, dass sie mit der Arbeitnehmerveranlagung Geld zurückbekommen können, bleibt dem Finanzminister ein saftiges "Körberlgeld". "Wir schätzen, dass die Lohnsteuerpflichtigen Jahr für Jahr etwa 220 Millionen Euro liegen lassen", sagte der Steuerexperte der Arbeiterkammer (AK), Otto Farny.

Bei seiner Schätzung gehe Farny von gut 3,5 Millionen Lohnsteuerzahler in Österreich aus. In die Finanzämter gelangen aber nur rund 2,5 Mio. Arbeitnehmerveranlagungen (früher Jahresausgleich). Rechne man die Differenz von einer Million mit der durchschnittlichen Gutschriftsumme pro Arbeitnehmerveranlagung von 220 Euro hoch, komme man auf die genannten 220 Mio. Euro.

"Wenn man bedenkt, dass das meist Leute mit relativ kleinen Einkommen sind, ist das eine erkleckliche Summe", sagte Farny. Die Gutverdiener würden sich in der Regel auch besser auskennen und hätten Steuerberater bei der Hand.

Im Finanzministerium heißt es, dass sich unter den Leuten, die keine Arbeitnehmerveranlagung machen, viele Pensionisten befinden, die zum Teil keine Sonderausgaben haben und deshalb auch keinen Jahresausgleich machen. Die durchschnittliche Gutschrift pro Arbeitnehmerveranlagung habe im Vorjahr 390 Euro betragen, heißt es in dem Zeitungsbericht. Rund 100.000 Lohnsteuerpflichtige hätten die Arbeitnehmerveranlagung über den Internetdienst "FinanzOnline" abgewickelt, mit steigender Tendenz.
(apa, red)

6.2.2004 15:28