Donnerstag, 5. Februar 2004

Bartenstein garantiert: Jeder Jugendliche hat einen Lehrplatz!

  • Bartensteins "Auffangnetz" bringt 6.300 Lehrstellen für ein Jahr
  • Konjunktur wird bald die Lage bessern

Den Vorwurf der AK vom Mittwoch, die Regierung sei im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit untätig, will Wirtschaftsminister Bartenstein so nicht stehen lassen. Sein "Auffangnetz" im Umfang von heuer 6.300 Stellen garantiere jedem Jugendlichen einen Lehrplatz - zumindest für das erste Lehrjahr.

Oberste Priorität haben für das Wirtschaftsministerium nach Bartensteins Worten aber "reguläre Lehrstellen".

Die anspringende Konjunktur werde die Lage verbessern, gibt sich der Minister überzeugt. Die Zahl der offenen Lehrstellen in der Wirtschaft sinke, daher appelliere er: "Wer morgen und übermorgen Fachkräfte braucht, soll heute an die Lehrlings-Ausbildung denken!" (red)

Zum Vorwurf der Arbeiterkammer, viele Betriebe würden Lehrlinge nur als billige Arbeitskräfte benützen und am Ende der Probezeit kündigen, sagte Bartenstein, dieses Problem sehe er nicht, das müssten die Sozialpartner klären.

ÖGB und Arbeiterkammer (AK) erneuerten daraufhin ihre Kritik: Wirtschaftsminister Bartenstein und auch Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl müssten die Lehrstellenkrise "lösen und nicht schönreden", forderte die AK. Sie wolle keine Ausreden mehr auf die Konjunktur, sondern endlich Taten für das Recht aller Jugendlichen auf Ausbildung.

Von Wirtschaftsminister Bartenstein verlangt die AK, das Auffangnetz zur Jugendausbildung sofort von 5.500 auf 7.000 Plätze aufzustocken, und nicht erst im April oder Mai um 800 auf 6.300 Plätze.

"Fast 12.300 Jugendliche haben keinen Ausbildungsplatz im Betrieb. Da ist dringend ein Auffangnetz nötig, das fix eingerichtet wird, und ein Lastenausgleich zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden Unternehmen", so die AK.

Der Appell von Bartenstein an die Unternehmer, an den Fachkräftebedarf von morgen zu denken und entsprechend mehr Lehrlinge aufzunehmen, klinge zwar schön, sei aber offensichtlich wenig effizient.
(apa, red)

5.2.2004 15:21