AK alarmiert: Fast 12.300 Jugendliche auf Lehrstellensuche
- Offene Lehrstellen nur 1.851
- AK-Präsident Tumpel wirft Regierung "schwere Versäumnisse" vor
·Arbeitslosigkeit
Trauriger Rekord: 312.448 ohne Job
·Aufgeschlüsselt
Jugendliche beson- ders betroffen
·Verzetnistsch
Regierung lässt Jobsuchende allein
·Jetzt offiziell
Wien meldet 11,3% Arbeitslose
·Euro-Zone
Arbeitslosigkeit im Dezember gleich
·Negativrekord
Weltweit 186 Mio. Menschen ohne Job
·Sbg. WK-Chef
Sager: "Jugendliche zu faul für Arbeit"
Die Zahl der Jugendlichen, die in Österreich eine Lehrstelle suchen, hat einen traurigen Rekord erreicht: Ende Dezember 2003 hatten 12.300 Lehrstellensuchende keine Lehrstelle in einem Betrieb. Davon brauchen 4.469 Jugendliche sofort einen Lehrplatz, 2.588 sind in kurzfristigen Kursen des Arbeitsmarktservice und 5.233 Jugendliche sind in Lehrgängen des Jugendauffangnetzes untergebracht.
Offene Lehrstellen gibt es dagegen derzeit nur 1.851. Die sich ergebende Lehrstellenlücke von 10.439 Lehrplätze war im Dezember um 30 Prozent größer als vor einem Jahr. "So schlecht war die Situation noch nie", betonte am Mittwoch Arbeiterkammer-Präsident (AK) Tumpel. Noch nie seit den sechziger Jahren haben in Österreich so viele Jugendliche eine Lehrstelle gesucht.
Die Wirtschaft bilde immer weniger Lehrlinge aus, kritisierte Tumpel. Oft würden auch Lehrstellensuchende als "billige Kurzzeitarbeitskräfte ausgenutzt und die Lehrverträge nach der dreimonatigen Probezeit wieder aufgelöst. Innerhalb der Probezeit kann ein Lehrverhältnis ohne Begründung aufgelöst werden. Eine aktuelle AK-Studie zeige, dass jeder vierte Lehranfänger in Wien im Vorjahr spätestens nach drei Monaten Probezeit wieder auf der Straße gestanden sei, so Tumpel.
Der Regierung wirft Tumpel in diesem Zusammenhang "schwere Versäumnisse" vor. Das Auffangnetz zur Jugendbeschäftigung sei nicht gesichert. Das entsprechende Gesetz müsste endlich unbefristet verlängert werden. Darüber hinaus sollte jeder Jugendliche, der innerhalb der Probezeit seinen Job verliert, einen Platz im Auffangnetz erhalten.
Von den Unternehmern fordert Tumpel einen Lastenausgleich zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben. Die Unternehmen müssen ausbilden oder zahlen, so Tumpel.
(apa)
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