Mittwoch, 4. Februar 2004

Aventis: Feindliche Übernahme durch Sanofi abgelehnt

  • "Angebot unangemessen"
  • Aventis-Aufsichtsrat verlängert Verträge der Vorstandsmitglieder

Der Aufsichtsrat des deutsch-französischen Pharmakonzerns Aventis hat eine feindliche Übernahme durch den Pariser Konkurrenten Sanofi-Synthelabo erneut abgelehnt. Das Angebot der Franzosen sei unangemessen und berge zudem bedeutende "soziale Risiken" bei eingeschränkten Vorteilen für Aventis, erklärte das Gremium einstimmig am Dienstag in Straßburg.

Es empfahl den Aktionären, ihre Anteile nicht zu verkaufen. Nach der amtlichen Veröffentlichung des Angebots im Wert von 47,8 Milliarden Euro war am Dienstag die Frist von mindestens 25 Tagen abgelaufen, in der die Aktionäre sich erklären müssen.

Das Übernahmeangebot sollte unverändert anlaufen, obwohl Aventis eine Beschwerde gegen die Entscheidung der Pariser Börsenaufsicht (AMF) vom 3. Februar eingelegt hatte, mit der das Angebot für zulässig erklärt wurde. Die Beschwerde bei einem Pariser Gericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Sanofi will mindestens 50 Prozent des Kapitals und der Stimmrechte an Aventis übernehmen. Das Gros der Aventis-Aktionäre soll zu 81 Prozent mit Sanofi-Aktien und zu 19 Prozent in bar bezahlt werden.

Aventis-Aufsichtsrat verlängert Verträge der Vorstandsmitglieder
Der Aufsichtsrat des von einer feindlichen Übernahme durch den Konkurrenten Sanofi-Synthelabo bedrohten Pharmakonzerns Aventis hat die Verträge der sieben Vorstandsmitglieder um drei Jahre bis 2007 verlängert. "Es ist in der jetzigen Situation absolut wichtig, den Vorstand handlungsfähig zu halten", sagte Aufsichtsratsmitglied Werner Bischoff dem "Handelsblatt".

Die Verträge von Firmenchef Igor Landau und der meisten seiner Kollegen wären normalerweise im Frühjahr ausgelaufen. Die Führung des deutsch-französische Konzerns Aventis versucht derzeit, eine Übernahme durch Sanofi-Synthelabo zu verhindern. (apa/red)

4.2.2004 10:14