Montag, 2. Februar 2004

Gen-Raps: Belgien untersagt Firma Bayer den Anbau

  • Aber: Grünes Licht für den Import

Die belgische Regierung hat dem Bayer-Konzern den Anbau eines gentechnisch veränderten Rapses untersagt. Das Risiko einer "Verschmutzung" herkömmlicher Agrarprodukte mit Gen-Pollen sei zu hoch, urteilten Umweltministerin Freya Van den Bossche und Gesundheitsminister Rudy Demotte. Sie folgten damit einem Ratschlag nationaler Experten.

Grünes Licht gaben sie aber für einen Import des Gen-Rapses. Die anderen EU-Staaten müssen nun entscheiden, ob dieser europaweit möglich sein soll.

Umweltschützer begrüßten die Entscheidung der belgischen Regierung. Greenpeace-Sprecherin Karen Simal sprach von einem "Schlag ins Gesicht der Biotech-Industrie" und einem "Sieg für die Umwelt". Greenpeace und Friends of the Earth kritisierten aber die Einfuhr-Erlaubnis. Auch in Deutschland hat Bayer die Erlaubnis zum Anbau von Gen-Raps beantragt.

"Die Entscheidung Belgiens verhindert, dass es zu einer Anbaugenehmigung für die ganze EU kommt", erklärte Thomas Fertl, Gentechnik-Experte von Greenpeace Österreich, in einer Aussendung. Der Einschätzung der belgischen Gentech-Behörde seien die bisher größten europäischen Freilandversuche mit Gentech-Pflanzen in Großbritannien vorausgegangen. Aus diesen gehe hervor, dass es praktisch unmöglich wäre, Gentech-Saaten unter Kontrolle zu halten und den gentechnik-freien Anbau zu schützen.
(apa, red)

2.2.2004 16:10