Montag, 2. Februar 2004

Herminator als Tiefstapler: "Gesamt-Weltcup kein Thema"

  • Maier-Start in Adelboden möglich, aber: "Raich wäre Sieg zu vergönnen"
  • PLUS: Alle Infos zum aktuellen Ski-Weltcup 2003/04!

Hermann Maier über alles! Der 31jährige Salzburger avancierte am Sonntag nach seinem Sieg im Super G von Garmisch und dem vorzeitigen Gewinn der kleinen Kristallkugel wieder einmal zur Kultfigur. Maier erhöhte damit auch seine Chance auf den vierten Gewinn des Gesamt-Weltcups.

Durch den Sturz von Benjamin Raich, der deshalb am kommenden Woche so gut wie sicher pausieren muss, könnte Maier am kommenden Samstag im Riesentorlauf von Adelboden seinen Vorsprung weiter ausbauen. Allerdings ließ der Salzburger sein Antreten auf dem extrem schweren Hang in Adelboden, wo er im Vorjahrs-RTL bei seinem Comeback-Rennen nach dem schweren Motorrad-Unfall nicht den Einzug in den zweiten Durchgang geschafft hatte, vorerst noch offen.

"Ich werde zwei Tage Riesentorlauf trainieren, dann entscheiden wir, ob ich in dort starte", sagte der Salzburger, der mit 922 Punkten vor Raich (918) und Stephan Eberharter (871) die Gesamtwertung anführt. Eberharter könnte somit in der Schweiz mit einem RTL-Spitzenresultat an dem Pitztaler vorbeiziehen und eventuell auch an Maier, falls dieser - was schwer vorstellbar ist - nicht antreten sollte.

Maier, der mit seinen 45 Weltcupsiegen nur noch Ingemar Stenmark (86), Alberto Tomba (50) und Marc Girardelli (46) vor sich hat, gefällt sich allerdings derzeit in der Rolle des Tiefstaplers. "Der Gesamtweltcup ist für mich kein Thema. Diese Comeback-Saison sehe ich eigentlich nur als Training", sagte der Salzburger mit dem Hinweis darauf, "dass noch zu viele technische Bewerbe auf dem Programm stehen". Für ihn ist deshalb Raich weiter ein heißer Tipp. Maier: "Ihm wäre es zu vergönnen, denn der Steff und ich haben ohnehin schon genug gewonnen". Auch den zuletzt wieder in Schwung gekommenen Bode Miller, der bei 772 Punkten hält, dürfe man nicht außer Acht lassen.

Auch Eberharter, der durch seinen groben Fehler im Finish des Super G etliche Punkte liegen ließ, liegt im spannenden Kampf um den Gesamt-Weltcup - für ihn wäre es der dritte in Folge - noch aussichtsreich im Rennen. Doch der fast 35-jährige Tiroler will sich derzeit mit solchen Spekulationen nicht weiter beschäftigen. "Ich habe immer gesagt, mein Ziel heuer ist der Abfahrtsweltcup. Und dabei bleibe ich." In dieser Wertung führt Eberharter nach neun von zwölf Rennen mit 591 Punkten vor Daron Rahlves (453) und Maier (408).

(apa/red)

2.2.2004 14:38