Daviscup: Bresnik verabschiedet sich nach 18 Länderkämpfen als Kapitän
- "Neun wunderschöne Jahre und eine aufregende Zeit"
- Nachfolger ab Herbst wird Thomas Muster
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Österreichs Daviscup-Team muss wie erwartet bei seiner Rückkehr in die Weltgruppe nach vierjähriger Auszeit nach einer Erstrunden-Niederlage im Herbst um den Klassenerhalt spielen. Rekordsieger USA mit dem Weltranglisten-Dritten Andy Roddick machte schon am Samstag im Indianer-Reservat von Uncasville alles klar und stellte durch das weltbeste Doppel Bob und Mike Bryan die uneinholbare 3:0-Führung her. Für Daviscup-Kapitän Günter Bresnik, dessen Vertrag im Juni ausläuft, ist damit nach 18 Länderkämpfen Schluss. Mit Thomas Muster steht die frühere Nummer eins der Welt als sein Nachfolger praktisch fest.
Für Bresnik wäre es nur weiter gegangen, hätte sein Team in den USA ein Wunder geschafft ("aber ich bin kein Jesus"), denn das Viertelfinale wäre noch in seine bis Juni befristete Amtszeit gefallen. Obwohl es von ÖTV-Sportdirektor Stan Franker und auch von Muster selbst den Wunsch gibt, Bresniks Vertrag bis zur Relegation auszudehnen, zog der Wiener am Samstag vor 5.000 Zuschauern den Schluss-Strich. "Es ist ein sentimentaler Moment für mich, weil das mein letzter Daviscup als Kapitän ist", meinte der Koubek-Coach bei der offiziellen Begrüßung der Teams in der Arena.
Keine Wehmut
"Es waren neun wunderschöne Jahre, eine aufregende Zeit", sagte Bresnik, der seinem Nachfolger viel Glück wünscht. Gegenüber der US-Presse ließ er auch seinen sarkastischen Humor aufblitzen. "Wenn ein Mann wie Muster den Job machen will, dann muss ein "no-name" wie ich Platz machen, das ist keine Frage." Aber Bresnik blickt nicht mit Wehmut zurück, zumindest gibt er das vor. "Dass mit dem sentimentalen Moment habe ich nur gesagt, weil das die Amerikaner gerne hören."
Viele Höhepunkte
Den überraschenden Heimsieg über Schweden 1999, der den Aufstieg in die Weltgruppe bedeutete, den neuerlichen Aufstieg im Vorjahr und die Auswärtssiege in Kanada und Neuseeland, die Österreich weitere Jahre in der obersten Daviscup-Liga bescherten, sieht Bresnik als Höhepunkte seiner Tätigkeit. "Jetzt freuen sich die Spieler vielleicht eh schon, wenn sie einmal ein neues Gesicht auf der Bank sehen."
"Tom als Leitfigur"
Er selbst habe sich nie in den Vordergrund gespielt, und Bresnik lässt auch gerne den Spielern die Bühne. Was meint er zu seinem designierten Nachfolger? "Dass der Tom als Leitfigur etwas bewirken kann, ist unabstreitbar. Es hängt dann auch davon ab, wie er mit den jungen Spielern umgeht. Aber wenn er das machen will, dann kann man dem wenig entgegen setzen. Er ist in der österreichischen Sportszene nicht wegzudenken und wenn er diesen Job machen will, dann sollte man ihm die Chance auch geben."
Muster steht ante portas
Muster, der sich im Vorjahr in einem Gespräch mit ÖTV-Präsident Ernst Wolner selbst für den Posten beworben hat, steht jedenfalls ante portas. "Daviscup-Kapitän ist eine ehrenvolle Aufgabe, die ich gerne bereit bin, zu übernehmen. Das habe ich Wolner gesagt. Die Entscheidung wird letztlich beim ÖTV liegen, ob ich die Nachfolge antrete", sagte der frühere Weltranglisten-Erste.
Kein "nie wieder"
"Tennis-Narr" Bresnik will auch nach Ende einer zweiten Amtszeit nicht "nie wieder" sagen: "Sollte es mir noch Spaß machen und ich wieder gefragt werden, warum nicht?"
(APA/red)
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