Eisschnelllauf: Hunyady bestreitet in diesem Winter keine Rennen mehr
- Missstimmung mit dem Verband

Olympiasiegerin Emese Hunyady wird in dieser Saison keine Eisschnelllauf-Rennen mehr bestreiten, will im nächsten Winter aber noch einmal voll durchstarten. Die 37-Jährige beginnt dafür sofort mit dem konditionellen Aufbau, und zwar auf dem Rennrad. Am Samstag bezieht die Badenerin in Lausanne ein vom Rad-Weltverband (UCI) organisiertes Camp, vorerst für einen Monat. Und ein bisschen liebäugelt Hunyady noch immer mit einem Olympia-Start in Athen in der 3.000-m-Einzelverfolgung. Die Qualifikationschance ist jedoch gering.
Ihre Radpläne hatte die gebürtige Ungarin eigentlich schon ad acta gelegt, nachdem sie vor drei Wochen im Wiener Dusika-Stadion vor den Augen von ÖRV-Bahncoach Jiri Miksik über 3.000 m um 17,53 Sekunden über dem von Brigitte Krebs seit mehr als sieben Jahren gehaltenen ÖRV-Rekord von 3:48,29 Minuten geblieben war. Hunyady sah bei intensivem Training zwar Verbesserungspotenzial, Miksik war aber skeptisch. Doch als sie wieder die Schlittschuhe anschnallen wollte, wurde Hunyady vom Eisschnelllauf-Verband (ÖESV) enttäuscht.
Auf mehrere Kontakt-Versuche hatte sie von der nach dem Rücktritt von Präsident Manfred Zojer gebildeten interimistischen Führung keine Antwort erhalten, dann bekam sie zufällig einen gegen sie gerichteten Plan der Technischen Kommission in die Hände. "Ich sollte auf eigene Kosten nach Klobenstein fahren, um mich dort für den Weltcup in Inzell zu qualifizieren", erklärte die "Eisgräfin". Damit wurde sie schlechter gestellt als jede Nachwuchsläuferin, weshalb Hunyady in einer ersten Reaktion gar ihre Karriere beenden wollte.
Doch mit einem "Jetzt erst recht"-Gefühl versucht sie nun über den Radsport einen nochmaligen Anlauf. "Das Radtraining tut meinem lädierten Knie gut. Die Muskulatur wird aufgebaut, und ich habe kaum Schmerzen." Nach vier Wochen Training auf dem Wiener Rad-Oval will sich Hunyady nun in der Schweiz in internationaler Gesellschaft eine Basis für die Rad-Weltcup-Qualifikation schaffen. Nur über diese Schiene führt der Weg zur WM Ende Mai in Melbourne und weiter zu Olympia.
Von den vier Weltcup-Meetings ist jenes in der nächsten Woche in Moskau kein Thema, für Mitte März in Mexiko rechnet sich Hunyady aber noch Chancen aus. Spätestens vom 9. bis 11. April in Manchester möchte die Quereinsteigerin aber dabei sein, dafür hat ihr Miksik für etwa Mitte März bereits eine weitere Qualifikationschance zugesagt. Die Kosten für den Lausanne-Aufenthalt in der Höhe von 3.000 Euro pro Monat hat Hunyady selbst zu tragen, sie hofft aber auf die Unterstützung eines Sponsors.
(apa/red)
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