Donnerstag, 5. Februar 2004

Skandal-Match: Nachspiel zwischen Vasas und Hypo

  • Trainer Matuschkowitz und Spielerin Spiridon vor Schiedsgericht

Hypo Niederösterreich stehen in der nächste Woche zwei wichtige Termine ins Haus. Am Montag kommt der favorisierte Dänemark-Meister Slagelse FH zum vierten Gruppen-C-Spiel der Frauen-Champions-League ins BSFZ Südstadt und einen Tag später müssen sich Trainer Martin Matuschkowitz und die rumänische Hypo-Spielerin Simona Spiridon in Budapest vor Handball-Richtern verantworten. Dem Duo droht eine Sperre.

Das zur ungarischen Meisterschaft zählende Spiel Vasas Budapest - Hypo (24:21) mit der skandalösen "Verlängerung" vor zwei Wochen hat nun das erwartete Nachspiel. Nach dem Schlusspfiff waren Matuschkowitz und Spiridon Hypo-Fans zu Hilfe geeilt und hatten die Prügeleien schlichten wollen. Im Zuge der Handgreiflichkeiten bekamen der Betreuer ("Ich habe mich wehren müssen, weil weder Ordner noch Security in der Halle anwesend waren") und die Aktive einige Schläge und teilten dann auch aus. Auf Video wurde alles festgehalten.

Hypo und Gunnar Prokop sind für den harten Kern der Vasas-Anhänger seit 1993, als die Südstädterinnen gegen die Ungarinnen mit dem Auswärtssieg den Grundstein zu ihrer vierten von bisher insgesamt acht Meistercup-Trophäen gelegt hatten, ein Rotes Tuch. Der Manager aus Niederösterreich war damals in dem Hexenkessel nach einem Bombardement an Wurfgeschossen von einem Gegenstand am Kopf getroffen worden und k.o. gegangen.

Schlechte Stimmung in Ungarn
Der jüngste Vorfall im Nachbarland war nicht der einzige mit Hypo in der laufenden ungarischen Liga. Schon im Oktober des Vorjahres waren die Niederösterreicherinnen im Heimspiel gegen Dunaferr SE vom ungarischen Schiedsrichter-Duo krass benachteiligt und von mitgereisten Zuschauern wüst beschimpft und auf das Gröbste beleidigt worden.

Die Fahrt zu den Handball-Richtern will der ÖHB-Serien-Double-Gewinner auch dazu nützen, um über die künftige Beteiligung an der ungarischen Meisterschaft mit dem dortigen Verbandsgeneralsekretär, Laszlo Sinka, zu sprechen. "Grundsätzlich wollen wir auch in Zukunft dort mitspielen. Voraussetzung ist, dass es zu Veränderungen kommt", sagen Gunnar Prokop und dessen Pressesprecher Geri Berger unisono. Sie sprechen damit auch die ungarischen Schiedsrichter an, die ihrer Ansicht nach nicht immer objektiv entscheiden.

(apa/red)

5.2.2004 14:55