Fußball: Tunesien jubelt über Sieg im Afrika-Cups
- Erster Afrika-Cup-Sieg versetzt ganzes Land in Freudentaumel
- Lemerre: "Wir haben afrikanische Fußballgeschichte geschrieben"
Tunesien hat den ersten Triumph im Afrika-Cup in der Geschichte des Landes gebührend gefeiert. Nach dem verdienten 2:1-Finalsieg ihrer "Adler von Karthago" über Marokko strömten am Samstagabend Hunderttausende auf die Straßen der großen Städte des Landes, der Verkehr kam an vielen Stellen zum Erliegen. Die "Fete de la Tunisie" dauerte bis in die frühen Morgenstunden.
Tunesiens Trainer Roger Lemerre, der nach dem EM-Titel mit Frankreich 2000 bereits den zweiten Kontinentaltitel schaffte, wurde von den knapp 60.000 Zuschauern im Rades-Stadion von Tunis mit stehenden Ovationen gefeiert. Der 62-jährige Franzose gab das Lob umgehend weiter. "Ich danke meinen Spielern, die viele Opfer gebracht haben. Wir haben afrikanische Fußballgeschichte geschrieben. Das ist ein Freudentag für ganz Tunesien", sagte Lemerre vor versammelter Presse. Sein Gegenüber, Badou Zaki, gratulierte dem Gastgeber. "Tunesien hat sich diesen Sieg verdient. Die Spieler waren bereit für diesen Titel."
Tragische Figur des Endspiels war Marokko-Keeper Khalid Fouhami. Der bei Coimbra in Portugal tätige Schlussmann konnte in der 60. Minute einen harmlosen Schuss von Clayton nicht festhalten, Jaziri brauchte nur noch zum letztlich entscheidenden 2:1 für Tunesien abzustauben. Der gebürtige Brasilianer Dos Santos hatte die anfangs drückend überlegenen Gastgeber bereits in der 5. Minute in Führung gebracht, Burghausen-Legionär Mokhtari verwertete die einzig zwingende Torchance der Marokkaner in der 38. Minute zum Ausgleich. Für beide Spieler war es der vierte Treffer im Turnierverlauf, die Torjägerkrone teilen sie sich mit Kanoute (Mali), Mboma (Kamerun) und Nigerias Kapitän Okocha, der vom Publikum auch zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde.
Nach dem Spiel avancierte die Avenue de Bourguiba im Herzen der Hauptstadt Tunis zum Zentrum der Feierlichkeiten. Eine übersehbare Menschenmenge tauchte die lange Prachtstraße, die mehrere Stunden für den Verkehr gesperrt war, in ein rot-weißes Fahnenmeer. Auch aus dem El-Menzah-Stadion, in dem Tausende via Großbildleinwand die Übertragung verfolgt hatten, strömten die Leute herbei. Die Feier unter massivem Polizeiaufkommen verlief trotz einiger Fälle von Sachbeschädigung ohne größere Zwischenfälle.
(APA/red)
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