Rebellion auf Haiti: Mehrere Tote bei Kampf um Saint-Marc
- Polizei eroberte von Rebellen besetzte Stadt wieder zurück
- Präsident Aristide will Amtszeit weiterhin nicht vorzeitig beenden

Die Polizei in Haiti hat am Mittwoch mit Gewalt ein von Rebellen gehaltenes Stadtviertel in der Stadt Saint-Marc zurückerobert. Nach Medienberichten kamen bei dem Einsatz in dem Viertel La Syrie, in dem sich militante Gegner von Präsident Jean Bertrand Aristide verschanzt hatten, bis zu sechs Menschen ums Leben. Die Polizei wurde von bewaffneten Anhängern Aristides unterstützt.
Zahlreiche Häuser und ein Radiosender wurden angezündet, zwei Oppositionelle seien in ihren Häusern verbrannt. Ein Augenzeuge berichtete, die Polizisten hätten lachend auf fliehende Aristide- Gegner geschossen. Die militanten Aristide-Gegner in der rund 100 Kilometer nördlich von Port-au-Prince gelegenen Hafenstadt hatten am Wochenende die ganze Stadt Saint-Marc unter ihre Kontrolle gebracht, doch hatte die Polizei schon am Montag den größten Teil zurückerobert.
Aus der nördlichen Großstadt Cap Haitien, wo Aristides Bewegung Lavalas die Oberhand hat, wurden am Mittwoch neue Ausschreitungen und Brandstiftungen gemeldet. Die Aristide-Anhänger hätten gedroht, alle Oppositionellen in Cap Haitien umzubringen. In Port-au-Prince wurde mit Bangen eine für Donnerstag angekündigte Großdemonstration der Demokratischen Plattform erwartet. Das Oppositionsbündnis fordert seit Monaten mit friedlichen Protesten den Rücktritt Aristides.
Aristide, dem die Opposition Korruption und Machtmissbrauch vorwirft, hat bisher alle Forderungen nach seinem Rücktritt vor Ende seiner bis 2006 reichenden Amtszeit zurückgewiesen. Der umstrittene Herrscher machte die Mitglieder einer oppositionellen Koalition für den Aufstand verantwortlich. Die Opposition, die sich von den Ausschreitungen distanziert, weigert sich, an neuen Parlamentswahlen teilzunehmen, so lange Aristide im Amt ist. (apa)
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