Sonntag, 8. Februar 2004

Wunder in der Türkei: Frau nach sieben Tagen geborgen

  • Bein von 24-Jähriger war eingeklemmt - Bergung dauerte 3 Stunden
  • Bereits am Tag zuvor war 16-Jähriger gerettet worden

Fast eine Woche nach dem Einsturz eines Hochhauses in der türkischen Stadt Konya haben die Rettungstrupps Montag früh eine weitere Überlebende aus den Trümmern befreit. Die Bergung der Frau dauerte etwa drei Stunden, da ihre Beine eingeklemmt waren. Unter dem Jubel der Rettungsmannschaften wurde die 24-jährige Yasemin Yaprakci schließlich auf einer Trage zum Krankenwagen gebracht.

Die Frau, die als erstes nach Wasser verlangt hatte, sei sehr erschöpft, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi. Große Erleichterung habe sie empfunden, als sie erfuhr, dass auch ihr Mann und ihre kleine Tochter am Leben seien. Die 24-Jährige sei mit Hilfe von Spürhunden und elektronischem Suchgerät in der Nähe des Hauseingangs gefunden worden, sagte der Bergungshelfer Serdar Demirel. "Wir haben gehört, wie sie 'Wasser, Wasser' gesagt hat."

Es ist bereits die zweite ungewöhnliche Rettung, die die Bergungstrupps in ihrem einwöchigen Dauereinsatz nach dem verheerenden Hauseinsturz vollbrachten. Am Sonntag hatten sie einen 16-jährigen Burschen fast unversehrt aus dem Trümmern herausgeholt, was als "Wunder" bezeichnet worden war. Das Hochhaus war vor einer Woche vermutlich wegen schwerer Baumängel eingestürzt. Bisher wurden 84 Menschen tot geborgen. Etwa 30 hatten das Unglück verletzt überlebt. (apa)

8.2.2004 09:24