Sonntag, 8. Februar 2004

Müntefering: Kanzler regiert, Partei gibt Richtung an

  • Designierter SPD-Chef will Basis stärker einbinden
  • Umbildung des Kabinetts "ist Kanzlersache"

Die SPD soll nach Ansicht ihres designierten Vorsitzenden Franz Müntefering der deutschen Bundesregierung selbstbewusst die Richtung weisen. Zum künftigen Verhältnis von Regierung und SPD-Parteiführung sagte er der "Bild am Sonntag": "Das Regierungshandeln wird im Kabinett entschieden, ganz klar. Die Partei gibt die Richtung an". Zu einer möglichen Umbildung des Kabinetts wollte sich Müntefering nicht äußern: "Das ist Kanzlersache".

Auf die Frage, wie er Konflikte mit dem Kanzler lösen werde, antwortete Müntefering: "Falls es dazu käme, würde die Tür immer zu sein, hinter der wir die Dinge diskutieren. Und wenn wir herauskommen, sind wir uns einig".

Angesichts der gegenwärtigen Missstimmung in der Partei will Müntefering als SPD-Chef die Landes- und Bezirksverbände wieder stärker einbeziehen. "Die Partei ruht nicht nur auf wenigen Schultern. Alle sind in der Verantwortung." Bei seiner Arbeit wolle er sich an dem früheren SPD-Vorsitzenden Hans-Jochen Vogel orientieren, erklärte Müntefering weiter. "Er war manchmal anstrengend, aber integer, nachdenklich und umsetzungsstark. Bei ihm konnte man solides Handwerk erleben, meisterlich." (apa)

8.2.2004 08:47