Aufatmen: Keine menschliche Übertragung von Geflügelpest
- WHO konnte Entwarnung geben
Der Verdacht einer ersten Übertragung der Geflügelpest von Mensch zu Mensch in Vietnam hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation nicht bestätigt. Eine Woche nach dem Bekanntwerden entsprechender Befürchtungen gab die WHO Entwarnung: Gentests hätten ergeben, dass sich zwei Ende Jänner an Geflügelpest gestorbene Vietnamesinnen nicht bei ihrem Bruder angesteckt haben könnten, so die WHO.
Damit gebe es keinen Anlass zu der Befürchtung mehr, dass sich der Geflügelpest-Erreger H5N1 mit einem menschlichen Grippevirus vereint haben könnte, hieß es in der Erklärung. Experten hatten vor dieser Möglichkeit stets gewarnt, weil im Falle einer Direktübertragung von Mensch zu Mensch eine weltweite Grippe-Epidemie drohe. Alle bisher bekannten Fälle der asiatischen Geflügelpest bei Menschen ließen sich auf Kontakt zu Vögeln zurückführen.
Auch zu der Befürchtung, dass Schweine das Virus auf den Menschen übertragen könnten, gibt es nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO keinen konkreten Anlass. Bereits am Freitagabend hatte der FAO-Experte Peter Roeder erklärt, es gebe keine Beweise für eine Übertragung der Geflügelpest auf Schweine. Eine Übertragung von H5N1 auf Schweine könnte das Ansteckungsrisiko für Menschen erhöhen, weil der Organismus von Schweinen dem menschlichen ähnlicher ist als der von Vögeln.
Dennoch haben die EU und andere Abnehmer die Einfuhr von Geflügelprodukten aus Thailand vorläufig gestoppt. Unabhängig von der Geflügelpestepidemie in Asien ist auch in den USA eine Form der Vogelgrippe aufgetaucht. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums von Delaware wurde auf einer Geflügelfarm der Erreger H7 nachgewiesen, der für Menschen aber nicht gefährlich sei.
Bisher sind 18 Menschen an Geflügelpest gestorben, 13 Vietnamesen und fünf Thailänder. (apa)
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