Korruption: Klage gegen Israels Premier Sharon?
- Polizei und Justiz sind sich noch nicht einig
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Nach dem Polizeiverhör des israelischen Ministerpräsidenten Sharon bestehen zwischen Justiz und Polizei unterschiedliche Auffassungen über eine Anklageerhebung. Wie am Freitag aus Ermittlungskreisen in Jerusalem verlautete, sieht die Polizei im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft nicht genügend Indizien für eine Anklage.
Ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft, der nicht genannt werden wollte, sagte der Zeitung "Yediot Aharonot", Sharon habe "noch immer gute Gründe, sich Sorgen zu machen, denn das Verhör hat den auf ihm lastenden Verdacht nicht ausgeräumt". Dagegen sagte ein ranghoher Polizeivertreter der Zeitung "Maariv", es gebe "nicht genügend Beweise für eine Anklage".
Ein weiterer Verantwortlicher sagte der Nachrichtenagentur AFP, Sharon habe nicht von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch gemacht und gut mit den Ermittlern kooperiert. Ob der Regierungschef angeklagt wird, entscheidet letztlich der Rechtsberater der Regierung, Menachem Masus. Mit der Entscheidung wird in den kommenden drei Monaten gerechnet.
Sharon war am Donnerstag von vier Polizisten in seinem Haus in Jerusalem verhört worden. Dabei ging es um angebliche Schmiergeldzahlungen des angeklagten Geschäftsmannes David Appel an Sharons Sohn Gilad, mit denen Sharon möglicherweise für seine Hilfe bei einem Immobiliengeschäft belohnt werden sollte. (APA)
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