Freitag, 6. Februar 2004

Bombe in Moskauer U-Bahn: Frau riss 39 Menschen in den Tod!

  • Explosion mitten im Morgenverkehr
  • PLUS: Die BILDER vom Ort des Schreckens!

Blutbad am 6. Februar in Moskau! Eine Selbstmordattentäterin sprengte sich mitten im Berufsverkehr in der Moskauer U-Bahn in die Luft! Mindestens 39 Tote, mindestens 122 Verletzte. Die Explosion ereignete sich in einem mit Berufspendlern voll besetzten Zug auf der Fahrt ins Stadtzentrum. Der Inlandsgeheimdienst FSB und die Polizei gingen von einem Terroranschlag aus.

Die Bombe wurde auf der Fahrt ins Stadtzentrum im Tunnel zwischen zwei Stationen gezündet. Sie habe die gewaltige Sprengkraft von einem Kilo TNT gehabt, meldete die Nachrichtenagentur Interfax. "Diese Aktion verschärft die Lage vor der Wahl", sagte der Parteivorsitzende der radikalen LDPR, Wladimir Schirinowski.

Am Ausgang der Awtosawodskaja-Station herrschte in der Früh Chaos, besorgte Menschen suchten verzweifelt nach ihren vermissten Angehörigen. "Meine Tochter ist da drin!", schrie eine etwa 50-jährige Frau unter Tränen. Überall lägen Leichenteile und es sei sehr schwer, die Opferzahl zu ermessen. "Es war ein Anschlag", sagte Polizeisprecher Kirill Masurin.

Im Tunnel entstand ein Großfeuer. Feuerwehr und Notärzte eilten mit 50 Einsatzfahrzeugen in die Nähe des Explosionsortes beim Bahnhof Pawelezkaja. Retter brachten mehr als 700 Fahrgäste in Sicherheit. Die Polizei löste eine Großfahndung nach möglichen Helfern der mutmaßlichen Attentäterin aus.

Bereits kurz vor der Präsidentenwahl im Juni 1996 hatte es einen schweren Anschlag auf die Moskauer U-Bahn geben. Bei der Explosion einer Bombe kamen damals vier Reisende ums Leben, ein Dutzend weitere wurden verletzt. Im vergangenen Jahr hatten sich Frauen tschetschenischer Herkunft auf einem Moskauer Freiluft-Konzert sowie neben der Staatsduma in die Luft gesprengt und dabei insgesamt 19 Menschen getötet.

Tschetschenen-Führung verurteilt Anschlag
Ein Vertreter des Tschetschenen-Führers Aslan Maschadow hat Vorwürfe zurückgewiesen, tschetschenische Rebellen seien in den Anschlag auf die Moskauer U-Bahn verstrickt. "Wir betonen, dass wir keine terroristischen Methoden anwenden", sagte der in London lebende Achmed Sakajew am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. "Wir haben den Terrorismus stets verurteilt und werden dies auch weiterhin tun." Auf der Website "Chechenpress.com" erklärte Sakajew, der (von Russland nicht anerkannte) tschetschenische Präsident Maschadow und seine Regierung hätten nichts mit dem Anschlag zu tun.

Putin sagt Terror erneut den Kampf an
Der russische Präsident Wladimir Putin und sein US-Kollege George W. Bush bekräftigten in einem gemeinsamen Telefonat ihre Entschlossenheit im Kampf gegen den Terrorismus. Wie ein Kreml-Sprecher in Moskau mitteilte, bestätigten Bush und Putin ihren Willen, die Bemühungen im Anti-Terror-Kampf zu verstärken.

(apa/red)

6.2.2004 07:29