Mittwoch, 4. Februar 2004

Kerry attackiert Bush: "Er hat das amerikanische Volk irregeführt"

  • Präsidentschaftskandidat der Demokraten spürt Wechselstimmung

Nach seinen neuerlichen Erfolgen bei den Vorwahlen der Demokraten hat US-Senator John Kerry scharfe Kritik an Präsident George W. Bush geübt und ihm Irreführung und Wortbruch im Vorfeld des Irak-Kriegs vorgeworfen. Bushs Regierung habe "das amerikanische Volk irregeführt", sagte Kerry im Fernsehsender MSNBC. Informationen über irakische Massenvernichtungswaffen seien "offensichtlich falsch verwendet" worden.

Zudem habe Bush sein Versprechen gebrochen, beim Irak-Krieg auf eine internationale Koalition zu bauen und den Krieg nur als letztes Mittel einzusetzen. Die Regierung habe "nichts von alledem gemacht, und ich habe die Absicht, den Präsidenten im Wahlkampf dafür verantwortlich zu machen".

Der 60-jährige Vietnam-Veteran Kerry wertete sein erfolgreiches Abschneiden am "Super Tuesday" als Ausdruck einer Wechselstimmung unter den US-Wählern. Es gebe ein "sehr bedeutendes Verlangen im ganzen Land nach Wandel", sagte Kerry auf CNN. "Die Menschen wollen eine neue Führung." Er sei mit dem bisherigen Verlauf der Vorwahlen "sehr, sehr zufrieden". Kerry verbrachte den Abend in Seattle im US-Westküstenstaat Washington, wo die Demokraten am kommenden Samstag Vorwahlen abhalten.

(apa)

4.2.2004 10:49