Naher Osten: Israel plant jetzt einen "Gebietstausch"
- Israel würde Araber-Dörfer abtreten, dafür Siedlungen behalten
- Sharon will darüber hinaus Siedlungen im Gazastreifen schleifen
·Paukenschlag
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Der israelische Ministerpräsident Sharon will nach Angaben seines Sprechers Raanan Gissin den Palästinensern einen "Gebietstausch" vorschlagen. Der Regierungschef wolle Ortschaften israelischer Araber den Palästinensern überlassen, im Gegenzug sollten die jüdischen Siedlungen im Westjordanland Israel zugeschlagen werden, sagte Gissin am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.
Gissin sagte, die jüdischen Siedlungen im Westjordanland sollten "in israelisches Gebiet integriert" werden. Dafür sollten Ortschaften von israelischen Arabern den Palästinensern zufallen. Dieser Gebietstausch werde "im Rahmen künftiger dauerhafter Abmachungen" erwogen. Sharons Plan widerspricht den Vorgaben des internationalen Friedens-Fahrplans ("Roadmap") für den Nahen Osten.
Der israelisch-arabische Parlamentsabgeordnete Ahmed Tibi erklärte dazu, die arabischen Staatsbürger Israels seien "Bürger, die man nicht herumstoßen kann wie Schachfiguren". Das Gebietstausch-Vorhaben sei "antidemokratisch" und werde die Gräben noch weiter aufreißen.
Die in der Knesset vertretene arabisch-kommunistische Partei Hadash übte umgehend heftige Kritik an Sharons Plänen. Die meisten arabischen Ortschaften in Israel liegen im Norden des Landes. Die Stadt Umm el Fahem und ihr Einzugsgebiet mit rund 150.000 Arabern liegt direkt an der Grenze zum besetzten Westjordanland. (APA)
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