Ricin-Terror in den USA: Auch Bush sollte tödliche Post erhalten!
- Brief wurde bereits im November abgefangen
- Auch im US-Senat wurde Ricin-Sendung gefunden
·Infos zu Ricin
Schon geringste Mengen sind tödlich
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El-Kaida-Sprecher droht mit Terror
Briefe mit dem hochgiftigen Ricin sind an den US-Senat und das Weiße Haus geschickt worden. Der Ricin-Fund in der Post an den Führer der Republikaner im Senat, Bill Frist, wurde am Dienstagnachmittag (Ortszeit) in Washington nach zahlreichen Tests bestätigt. Die Sendung mit dem Gift an die Adresse von US-Präsident George W. Bush war dem Nachrichtensender CNN zufolge schon im November 2003 entdeckt worden. Es sei niemand verletzt worden. Die Öffentlichkeit sei aber nicht informiert worden.
Frist selbst teilte am Dienstag mit, dass die Prüfung der verdächtigen Proben im Fort Detrick-Armeelabor in Maryland die Giftigkeit bestätigt hätten. Der "terroristische Akt... hat das Ziel gehabt, Schaden anzurichten", sagte der Senator. Glücklicherweise sei aber offensichtlich niemand verletzt worden, da das Gift, gegen das es kein Gegenmedikament gibt, inhaliert werden oder in die Blutbahn geraten müsse, um tödlich zu wirken.
Aus Sicherheitsgründen waren am Dienstag drei Senatsgebäude gesperrt worden. Mehrere Hearings auf dem Kapitol - Sitz des Senats und des Repräsentantenhauses - waren gestrichen worden. In einem Postamt in Wallingford (Bundesstaat Connecticut) waren ebenfalls Briefe mit verdächtigem Pulver entdeckt worden. Über diesen Fund gab es bis Dienstagabend noch keine klare Auskunft.
Schon ein tausendstel Gramm von Ricin gilt als tödlich. Es kann über die Nahrung, eine Injektion oder durch das Einatmen in den Körper gelangen.
Die 16 Mitarbeiter der Senats-Poststelle waren nach dem Fund des verdächtigen Pulvers am Montag eingehend untersucht worden. "Es geht allen gut, es gibt keinen Grund zur Panik", sagte Frist, ein ausgebildeter Chirurg. Wenn nach acht Stunden keine Symptome erkennbar seien, sei eine Infizierung unwahrscheinlich.
Am Dienstag durfte nur unabkömmliches Personal in die Kapitol-Gebäude. Tausende Angestellte mussten von zu Hause aus arbeiten. Vor gut zwei Jahren war das Kapitol schon einmal Ziel einer Giftattacke: kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 erhielt Frists Vorgänger als Mehrheitsführer im Senat, der Demokrat Tom Daschle, mit dem Milzbrand-Erreger Anthrax verseuchte Post. Ähnliche Schreiben gingen an andere Politiker und Journalisten. Fünf Menschen, die meisten von ihnen Postangestellte, starben damals, 13 infizierten sich, erholten sich aber. Die Urheber wurden nie gefasst.
(apa)
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