Sonntag, 8. Februar 2004

Nach Explosion in Ollersdorf: Feuerwehr sucht neue Bleibe

  • Fahrzeuge und Stützpunkt sind zerstört
  • Schuld: Gasflasche in der Küche

Die Explosion im Gemeindeamt von Ollersdorf (Bezirk Güssing) traf auch die örtliche Feuerwehr hart: Die 53 Mann zählende Wehr hat mit einem Schlag ihren Stützpunkt verloren. "Man muss einen neuen Standort suchen, wo wir die Bekleidung unterbringen und die Fahrzeuge abstellen können", sagte Kommandant Walter Oswald.

Das sei aber alles noch in der Schwebe, "weil man noch nicht so genau weiß, wie das Ganze weitergehen soll".

Alle Feuerwehr-Autos beschädigt
Alle drei Feuerwehrfahrzeuge seien "ziemlich schwer beschädigt" und für einen Einsatz nicht mehr zu gebrauchen, so Oswald. Ob sie wieder flott gemacht werden können, müssen erst Sachverständige klären: "Ich hoffe, dass der Großteil des Schadens durch Versicherungen abgedeckt ist."

Die Aufräumarbeiten seien in vollem Gang, alle verfügbaren Kräfte sind seit Sonntag Vormittag im Einsatz. "Es wird noch eine Weile dauern", meint der Feuerwehrkommandant, "zwei, drei Tage sicher noch, bis das meiste weg ist. Momentan hat die Ortsfeuerwehr Stegersbach den Feuerschutz für uns übernommen." Dass sich zum Zeitpunkt der Explosion am Sonntag niemand in dem Gebäude befunden hatte, sei "Glück im Unglück" gewesen, meinte der Kommandant. Den Feuerwehrmännern blutet beim Anblick der Schäden das Herz.

Hilfsbereit zeigte sich inzwischen die Landespolitik: LH Hans Niessl (S) begab sich am Montag nach Ollersdorf, um sich ein Bild von der Situation zu machen. "Glücklicherweise wurde niemand verletzt, aber das Ausmaß der Zerstörungen ist enorm", so der Landeshauptmann. Niessl sagte der Feuerwehr eine Soforthilfe von 10.000 Euro zu. Rasche Hilfe kündigte auch Gemeinde- und Feuerwehrreferent LHStv. Franz Steindl (V) an. Welche weitere Hilfe seitens des Landes möglich sei, wolle man bei der nächsten Regierungssitzung besprechen, so Niessl.

Schuld: Gasflasche in der Küche
Die mögliche Ursache hätten Experten des Bundeskriminalamts bereits eingegrenzt, so Vizebürgermeister Norbert Seldte auf APA-Anfrage. Zur Explosion führte vermutlich eine undichte Gasflasche in der Küche der Feuerwehr im Erdgeschoß des Gebäudes.

Die Flasche habe allerdings der Norm entsprochen, die Leitungen seien in Ordnung gewesen, so der Vizebürgermeister. Nun müsse geklärt werden, warum sie undicht war. Der Behälter sei einen Tag vor dem Zwischenfall noch halb voll, nach der Explosion jedoch leer gewesen. Die notwendigen Untersuchungen werden an der Gastechnischen Prüf- und Versuchsanstalt in Wien durchgeführt.

Am Nachmittag stand eine Begutachtung des Schadens durch Sachverständige auf dem Terminplan. Im Gemeindeamt sei der Sitzungssaal an und für sich noch komplett, "alles andere ist so desolat, dass man es nicht mehr betreten kann", meinte der Vizebürgermeister: "Alles, was noch zu retten war, wurde in den Sitzungssaal gegeben."
(apa, red)

8.2.2004 11:35