Ermittler nach Juwelen-Coup: Bande in ganz Europa aktiv!
- Spektakulärer Coup am 1. Februar in Wien: 8 Verdächtige gefasst, Warten auf DNA-Vergleiche
- PLUS: Bilder vom Tat-Video
Ermittler sind überzeugt: Der Millionen-Coup beim Juwelier Wagner am 1. Februar wurde von einer Bande verübt, die in ganz europa auf Beutezug ging! Knapp zwei Monate nach der Tat wurden acht Verdächtige wurden gefasst. Derzeit warten die Fahnder auf das DNA-Vergleichsergebnis mit DNA-Proben, die am Tatort bzw. in den Fluchtautos gefunden wurden.
Die vor einer Woche gefassten mutmaßlichen Juwelier- Räuber dürften offenbar zu einer der größten Tätergruppen Europas gehören. Die Ermittler schließen das aus den Rückmeldungen der Exekutive in anderen europäischen Staaten, denen bereits Fingerabdrücke und Fotos der acht inhaftierten Verdächtigen übermittelt wurden. Die Ermittlungen werden nicht zuletzt deshalb noch Monate in Anspruch nehmen.
"Sie können davon ausgehen, dass ähnlich gelagerte Straftaten auch in anderen europäischen Staaten begangen worden sind", erklärte Major Gerhard Jost, Leiter der Sonderkommission "Juweliere". Man stehe aber mit den Ermittlungen in diesen Fällen erst am Anfang.
Die Ergebnisse der DNA-Analysen sind noch nicht beim Wiener Bundeskriminalamt eingetroffen. "Wir haben zwar schon Vorabmeldungen erhalten, aber so lange wir das nicht schwarz auf weiß haben, gehen wir damit nicht in die Öffentlichkeit." Von diesen Ergebnissen erhoffen sich die Fahnder, den Verdächtigen den spektakulären Einbruch in den Wiener Innenstadt-Juwelier Wagner am 1. Februar zuordnen zu können. Nach dieser Tat war die Sonderkommission "Juweliere" gegründet worden.
In den bisherigen Einvernahmen gaben sich die acht Inhaftierten äußerst schweigsam - auch das deutet auf Profis hin. Vertreten werden sie Jost zufolge von einigen der prominentesten Strafverteidigern Wiens: Karl Bernhauser, Rudolf Mayer und Alexander Philipp.
Die Festnahmen von zunächst zehn Verdächtigen ereigneten sich am 19. März an drei - aus ermittlungstaktischen Gründen nicht näher bezeichneten - Orten in Wien, unter anderem in einer Straßenbahn. Dabei kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem 44-jährigen Hauptverdächtigen und den Polizisten. Eine Beamte und der Fahrer der Tramway wurden durch den Einsatz von Pfefferspray verletzt, der mutmaßliche Drahtzieher erlitt eine Platzwunde am Kopf. Insgesamt wurden 15 Personen im Zuge der Amtshandlung in Mitleidenschaft gezogen. Zwei der Verdächtigen wurden wieder auf freien Fuß entlassen.
Laut Ermittlern handelt es sich bei den mutmaßliche Bandenmitgliedern um serbische Staatsbürger, die sich im Besitz gefälschter slowakischer Pässe befanden. Offenbar unterhielt die Gruppe eine Zelle in Hernals mit ein bis zwei Personen, die unter anderem für die Beschaffung der Fluchtautos zuständig war. Die anderen Bandenmitglieder reisten den Ermittlungen zufolge teilweise aus Frankreich zu den Straftaten an.
(apa)
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
