Sex-Affäre in Graz: Beamten-Chef entschuldigt sich
Seine Wortwahl und die Missdeutung seiner Aussagen in den Medien bedauerte der oberste steirische Beamte, Landesamtsdirektor Wielinger, am Donnerstag in Graz. Im Nachhang zur "Sex-Affäre" um einen Spitzenbeamten habe er nur allgemein davon gesprochen, dass es auch "das Bett als soziale Aufstiegshilfe" geben könne, so Wielinger. Landeshauptfrau Klasnic zeigte sich mit der Klarstellung zufrieden.
Sie habe Wielinger Donnerstag früh empfohlen, eine "unbedingt notwendige Klarstellung" zu den von ihm öffentlich wiedergegebenen Aussagen vorzunehmen, ließ Klasnic wissen. Der Landesamtsdirektor habe sein Bedauern über seine Wortwahl zum Ausdruck gebracht und sich mehrfach mit dem Satz "Es tut mir leid" entschuldigt.
Wielinger hatte sich vor Medienvertretern zuvor bemüht, seinen Standpunkt zu verdeutlichen: Die Aussage mit der "Aufstiegshilfe" habe er in einem Hintergrundgespräch gemacht, in dem es allgemein um "Formen und Motive der sexuellen Begegnung in einer Großorganisation" gegangen sei. In diesem Zusammenhang habe er u.a. gemeint, dass auch "Beziehungen zum Zwecke der Vorteilserzielung eingegangen werden".
Es tue ihm leid, dass die Darstellung medial so erfolgt sei, dass man annehmen könnte, mit solchen Methoden wären im Landesdienst Vorteile in der Karriere zu erzielen. Er bedauere auch, dass er sich dieser Ausdrucksweise bedient habe, so Wielinger.
Der Landesamtsdirektor ging nochmals auf die "leidige Affäre" ein, die Anlass für die Aussagen war. Sie sei intern ähnlich wie bei einem "außergerichtlichen Tatausgleich" behandelt worden, und zwar auf Wunsch der - inzwischen schwer erkrankten - belästigten Mitarbeiterin. Deshalb habe man es mit der Versetzung bewenden lassen. Dennoch werde gegenwärtig noch von einer Wiener Dienstrechtsexpertin geprüft, ob ein Disziplinarrechtsverfahren einzuleiten ist. (APA)
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
