Donnerstag, 5. Februar 2004

Tödlicher Streit im Cafe "Amigo": 47-Jähriger erstochen

  • Hintergründe noch unklar, wahrscheinlich ging es um Geld
  • Täter wurde kurz nach Tat gestellt

Eine "offene Rechnung" zwischen zwei mehrfach vorbestraften Männern endete am späten Mittwochabend im Cafe "Amigo" in Wien-Brigittenau tödlich. Nachdem der 47-jährige Erich L. mehrfach mit Leopold B. zusammengekracht war, zog L. schließlich ein Messer und stach seinem gleichaltrigen Kontrahenten in den Bauch und in die Brust.

Der Verdächtige wurde wenig später von WEGA-Beamten gestellt. Der genaue Hintergrund der Tat ist noch unklar. "Es dürfte aber wahrscheinlich um Geld gehen", sagte Oberstleutnant Karl Kmoch, Leiter der Kriminalabteilung Zentrum Ost zur APA.

Bei dem Streit erlitt auch der Täter Schnittverletzungen am Arm, die wahrscheinlich von einer zerbrochenen Bierflasche stammen dürften. "Wir haben kein weiteres Messer gefunden", meinte Koch. Eine Schusswaffe, die das Opfer in seiner Jackentasche hatte, war nicht zum Einsatz gekommen.

Nach der Tat wusch sich L. die Hände und lief aus dem Lokal. Die eingetroffenen Rettungskräfte konnten inzwischen nur mehr den Tod des Opfers feststellen. Die Flucht des Verdächtigen dauerte nicht lange: WEGA-Beamte stellten den Mann bei einer Streifung nur wenige Gassen vom "Amigo" entfernt. "Er sagte gleich, dass er weiß um was es geht", meinte Koch. Dass sein Kontrahent inzwischen gestorben war, war ihm allerdings nicht bewusst.

Sowohl Opfer als auch Täter sind mehrfach wegen Eigentums- und Gewaltdelikten vorbestraft. Ob die Täter um Geld oder etwa um Suchtgift gestritten haben, wurde Donnerstag früh noch ermittelt. Die Tatwaffe - ein Fixiermesser - wurde unter einem Auto bei dem Lokal sichergestellt.

(apa/red)

5.2.2004 09:57