Punkteführerschein: Verkehrsclub kritisiert Entwurf
- Alkolenker und Raser kämen besser davon
- Heute endet Begutachtungsfrist
Am heutigen Mittwoch endet die Begutachtungsfrist für den Punkteführerschein. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) warnt vor der Umsetzung des Entwurfs: Alkolenker und Raser würden damit weniger schnell aus dem Verkehr gezogen als bisher, weil die kurzzeitige Führerscheinabnahme abgeschafft werde. 2002 gab es laut VCÖ 5.600 kurzfristige Führerscheinentzüge, betroffen waren "Hochrisikolenker".
Wer derzeit im Ortsgebiet einmal um 40 km/h und außerhalb um 50 km/h zu schnell fährt, ist die Lenkerberechtigung für zwei Wochen los. In Zukunft wäre das laut VCÖ erst nach dreimaligem deutlichen Überschreiten des Tempolimits der Fall.
Auch Alkolenker kämen künftig besser davon: Wer derzeit binnen zwölf Monaten zwei Mal mit 0,5 bis 0,8 Promille erwischt wird, verliert den Führerschein für mindestens drei Wochen, beim dritten Mal für mindestens sechs Wochen. In Zukunft ist das rosa Papier laut VCÖ erst nach dem fünften Mal weg.
Die geplante Abschaffung des kurzzeitigen Führerscheinentzugs werde mit den Verwaltungskosten gerechtfertigt. "Mehr als 400 Menschen pro Jahr werden bei einem Verkehrsunfall getötet, weil jemand zu schnell oder alkoholisiert unterwegs war", so VCÖ-Experte Martin Blum. "Anstatt die Sicherheit auf Österreichs Straßen zu erhöhen, werden damit Alkolenker und Raser besser gestellt als heute", kritisierte Blum, der hofft, dass die Gesetzesvorlage im Parlament noch verbessert wird.
Hauptursache für den Blutzoll auf den Straßen sind nach wie vor hohe Geschwindigkeit und Alkohol am Steuer. Im vergangenen Jahr wurden laut Statistik des Innenministeriums 301 tödliche Unfälle durch zu hohes Tempo und 61 durch Alkohol ausgelöst.
(apa)
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