Ein Jahr bedingt: Ex-KGB-Spion in Wels verurteilt
Ein ehemaliger "KGB-Spion" wurde in einem Geschwornenprozess am Landesgericht Wels am Montag wegen "Vergehens des geheimen Nachrichtendienstes zum Nachteil Österreichs" schuldig gesprochen und zu einem Jahr Freiheitsstrafe bedingt auf ein Jahr verurteilt. Der Angeklagte und der Staatsanwalt erbaten sich Bedenkzeit, das Urteil ist somit noch nicht rechtskräftig.
Der inzwischen 50-jährige Kaufmann war im Jahr 1985 im Rahmen seiner internationalen Tätigkeit als Kaufmann mit Russen in Kontakt gekommen, die ihn in der Folge anheuerten, für den Geheimdienst KGB tätig zu sein. Er wurde dafür sogar in Moskau ausgebildet und erhielt verschiedene spezielle technische Utensilien, etwa zum Dechiffrieren von Nachrichten. Aufgabe des "Agenten" war es, den Sowjets und später auch der Nachfolgeorganisation des KGB Informationen über westliche Computer-Technologie zu liefern. Der Angeklagte brachte es in der Folge bis zum "KGB-Oberst" und bekam den "Lenin-Orden". Seine geheimdienstliche Tätigkeit dauerte bis ins Jahr 1995.
Vor Gericht gab der Angeklagte offen zu, für den KGB gearbeitet zu haben. Er habe dabei aber in keiner Weise zum Nachteil der Republik Österreich gehandelt, zumal er auch seine Spionagetätigkeit ausschließlich in anderen Ländern abgewickelt habe. Sein Verteidiger forderte daher einen Freispruch. Ein Zeuge aus dem Innenministerium stellte allerdings in der Verhandlung fest, dass der Angeklagte durch seine Tätigkeit Österreich als Wirtschaftsstandort einen "enormen Schaden" zugefügt habe. (APA)
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
