Aufregung in Traiskirchen: Weibliche Flüchtlinge von Personal zum Sex gezwungen?
- Auch Mitarbeiter von "European Homecare" beschuldigt
Angebliche sexuelle Übergriffe durch Betreuungspersonal im Flüchtlingslager Traiskirchen sorgen für Aufregung. Auch Mitarbeiter der privaten Flüchtlingsbetreuungs-Firma "European Homecare" stehen in der Kritik. Eine "dringende Aufklärung" forderte am Montag SOS- Mitmensch von Innenminister Strasser. Die Privatisierung öffentlicher Aufgaben dürfe nicht dazu führen, dass menschenrechtlich sensible Bereiche der demokratischen Kontrolle entzogen werden, erklärte der Sprecher von SOS-Mitmensch.
Flüchtlinge stünden laut Sonderegger bei dieser Unterbringungssituation in einem besonderen Abhängigkeitsverhältnis zu ihren Betreuern. Solange ein solches Machtverhältnis bestehe, müsste sexueller Verkehr zwischen Flüchtlingen und Personal strikt ausgeschlossen werden, um Missbrauch zu verhindern: "In einer solchen Situation von freiwilligen Kontakten zu sprechen, ist blanker Hohn", bezog sich Sonderegger auf den angeblichen Preis für Geschlechtsverkehr von 20 Euro.
Die Menschenrechtsgruppe warnte davor, dass durch das in Kraft Treten des neuen Asylgesetzes am 1. Mai 2004 die Flüchtlingsbetreuung der öffentlichen Einsicht noch weiter entzogen werde. Asylwerber dürfen laut SOS Mitmensch künftig die Erstauffangstellen nicht mehr verlassen, während unabhängige Rechtsberater keinen Zutritt mehr erhalten würden. "Für uns sind das Erstisolationslager", sagte Sonderegger.
"Die Flüchtlingsbetreuung zu privatisieren und das Wohl von Flüchtlingen dem 'Good Will' der Angestellten eines Privatunternehmens zu überlassen, hat mit politischer Verantwortung nichts zu tun", schloss sich die Grüne Menschenrechtssprecherin Terezija Stoisits der Kritik von SOS-Mitmensch an.
"Die erschreckenden Berichte der weiblichen Flüchtlinge über Machtmissbrauch durch Angestellte von European Homecare und des Österreichischen Wachdienstes durch Zwang zu sexuellen Handlungen müssen ernst genommen und von der unabhängigen Justiz untersucht werden", forderte Stoisits.
(apa)
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